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"...liquide Mittel in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar"   Facebook be



09.07.2012
 

Kommentar von Joanna Shatney, Fondsmanagerin bei Schroders

Während viele Anleger für US-Aktien mit einer Neuauflage von dem Aktienjahr 2011 rechnen, sind wir optimistisch, dass die USA derzeit für Aktienanleger in einer wesentlich besseren Verfassung sind. Die US-Verbraucher profitieren von günstigeren Krediten, und die robustere Nachfrage kann globalen wirtschaftlichen Schocks besser standhalten. Der Wohnungsmarkt hat offenbar die Talsohle erreicht, und auch die Beschäftigung sollte sich erholen. Denn die makroökonomischen Bedenken lassen nach. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum der Unternehmensgewinne mindestens im hohen einstelligen Bereich.

Es ist ausser Frage, dass die USA vor einigen Herausforderungen stehen. Dennoch profitiert die Wirtschaft von langfristigen Impulsgebern - darunter die Innovationsfähigkeit ihrer Unternehmen und ein Wettbewerbsmodell, das das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen fördert. Hinzu kommen ein Wiedererwachen des verarbeitenden Gewerbes und eine vorteilhafte demografische Struktur. Die US-Firmen sind folglich in einer guten Ausgangslage, Investoren mit attraktiven Renditen zu belohnen – besonders im Vergleich mit anderen Industrieländern. Während die europäische Staatsschuldenkrise weiterhin die Marktstimmung beherrscht, ist die Gelegenheit günstig, ernsthaft über US-Aktien nachzudenken. Für die Absicherung gegen einen Abwärtstrend sorgen in den USA das doppelte Mandat der US-Notenbank – Wachstum und Preisstabilität auszubalancieren – und der schon seit Jahren fortgeführte Schuldenabbau. Auf längere Sicht versprechen Innovationskraft, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und eine vorteilhafte Demografie vielfältige Ertragschancen für Anleger in Form von Einkünften, höheren Margen und Gewinnen aus dem Neueinsatz liquider Mittel.

Für die US-Regierung bleiben die Herausforderungen bestehen, denn Wahljahre eignen sich seit jeher schlecht, um Veränderungen durchzusetzen. Die finanzpolitischen Aufgaben, darunter die Haushaltsreform, müssen vorsichtig angegangen werden. Sorge bereiten uns die möglichen Auswirkungen von künftigen Steuerreformen – auch wenn deren genauer Zeitpunkt angesichts der bevorstehenden Wahlen ungewiss ist. Zwei Szenarien sind denkbar: Einerseits wären das erzwungene Haushaltseinschnitte, die zum Beispiel zu Kürzungen um zwei Prozent bei Krankenversicherung, Gesundheitsversorgung oder im Rüstungssektor führen könnten. Andererseits ist ein freiwilliger Beschluss des US-Kongresses möglich, die Ausgaben in bestimmten Bereichen zu senken. Beide Alternativen führen zu einer fiskalischen Bremse - was die Anleger derzeit schon einpreisen. Nach wie vor gehen wir davon aus, dass gekürzte Staatsausgaben das US-BIP in den kommenden Jahren um 100 bis 200 Basispunkte schmälern.

Ein fiskalpolitisches Dilemma, die sogenannte „Fiskalklippe“, erwarten wir jedoch nicht – in der Annahme, dass im vierten Quartal ein Gesetz verabschiedet wird, das 2013 die Entscheidungen ermöglicht, wo Staatsausgaben gekürzt werden oder ob als Alternative die Steuererleichterungen der Bush-Regierung verlängert werden.

Die US-Banken haben ihre Bilanzen saniert. Auch die Verbraucher bemühen sich seit mehreren Jahren, ihre Schulden abzubauen. Die Gewinne im Unternehmenssektor wachsen schneller als die Wirtschaft insgesamt, und die Firmen sind extrem wettbewerbsfähig. Sie verfügen heute über liquide Mittel in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar und sind damit gegenüber Unternehmen in anderen Industrieländern deutlich im Vorteil. Die robusten Bilanzen sind ein Sicherheitspolster im Falle eines Abschwungs. Bei einem Aufschwung dienen sie als Wachstumsbeschleuniger und bestärken das Geschäftsvertrauen. Was noch aussteht, ist eine Lösung für die Staatsverschuldung der USA. Auch dieses Problem wird unserer Ansicht nach langfristig angegangen, wobei dem Land die moderat positiven Aussichten für das BIP-Wachstum entgegenkommen.

Trotz der hohen Liquidität in den USA rechnen Marktbeobachter mit einer weiteren quantitativen Lockerung durch die US-Notenbank Fed. Die schwächere Wirtschaftsentwicklung könnte als Anlass für eine erneute quantitative Lockerung genommen werden, und angesichts der unerwartet niedrigen Inflation dürfte die Fed über einen gewissen Spielraum verfügen. Anders als andere Zentralbanken konzentriert sich die Fed aufgrund ihres doppelten Mandats gleichzeitig auf Wachstum sowie Preisstabilität. Damit verfügen die USA bei der Bekämpfung ihrer Haushaltsprobleme über ein wirksames Sicherheitsnetz.


 
 

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