In Australien ist im ersten Quartal des Jahres die Goldproduktion gegenüber dem Vorquartal um 5% und gegenüber dem Vergleichsquartal 2011 um 4% gesunken. Dies ist auf den ersten Blick verwunderlich, ist doch der Goldpreis nach wie vor für die Minen attraktiv und müssten sie somit produzieren, was die Anlagen hergeben. Anscheinend geben sie jedoch nicht mehr mehr her. Abgesehen vom schlechten Wetter, das die Zugänge zu den Minen erschwerte, wird die Förderung immer teurer und größere Neuentdeckungen gibt es kaum. Australien war 2010 der zweitgrößte Goldförderer mit 255 Tonnen (nach China mit 345) und hat nach wie vor offiziell die höchsten Abbaureserven mit 7300 Tonnen, gefolgt von Südafrika mit 6000 Tonnen, welchletztere aber als nur beschränkt abbaubar gelten. Australien hatte seine höchste Förderung 1997 mit 314 Tonnen. Seitdem geht es bergab und auch das laufende Jahr sieht nicht so gut aus.
Indonesien ist mit 110 bis 120 Tonnen der siebtgrößte Förderer. Doch ähnlich wie China bei Seltenen Erden will man die Exporte drosseln. Eine kürzlich eingeführte 20%ige Exportsteuer soll den Export weniger lukrativ machen und ab 2014 soll überhaupt der Export von Mineralien verboten werden. Ausländische Beteiligungen an Minen mit über 10 Jahren Tätigkeit sollen auf 49% gesenkt werden.
Damit scheint angebotsseitig der Druck durch Angebotsausweitung eingebremst zu werden. 2011 wuchs die Weltproduktion um 5% und das dritte Jahr in Folge und erreichte ein Maximum. Wäre nicht Indien, das heuer bei den Goldimporten stark nachlässt, würden die Meldungen über Angebotsreduktionen den Goldpreis beflügeln. In Indien sorgen Importsteuern, aber vor allem die einbrechende Rupie, die Gold für die Inder entsprechend verteuert, und ein Wirtschaftsabschwung für weniger Goldkäufe.
So warten die Anleger weiter, ob von den Zentralbanken wieder konkrete Signale von Quantitave Easing kommen, um die dahintümpelnde Wirtschaft zu beleben.
(cr)






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