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Asset Allocation

© LGT

'Immobilienaktien und Hochzinsanleihen werden forciert'   Facebook be



22.06.2012
 

LGT Capital Management hat angesichts mehrheitlich enttäuschender internationaler Konjunkturdaten und einer drohenden weiteren wirtschaftlichen Abkühlung seine taktische Asset Allocation gegenüber dem zweiten Quartal modifiziert.

Im dritten Quartal setzt LGT verstärkt auf Hochzinsanleihen (High Yield) und Immobilienaktien (REITs). Die Gewichtung von Emerging Markets Anleihen sowie inflationsgeschützten Anleihen wird reduziert. Im Aktienbereich bleibt das Investmenthaus stark übergewichtet bei US-amerikanischen Aktien, die Gewichtung bei Gold wird verringert.

Details dazu von Chefökonom Alex Durrer:

Kaum selbsttragendes Wachstum in Sicht

Die globale Ökonomie wankt und kann nur durch das Doping des billigen Geldes auf den Beinen gehalten werden. Das zeigt sich vor allem in den USA, wo die Wachstumsillusion auf Pump nochmals eine Runde künstlich am Leben erhalten wird. Ein kraftvoller, selbstragender Aufschwung wird damit nur verzögert.

Neben Nullzinsen bis 2014 könnten erneut starke geldpolitische Drogen (QE3) in Aussicht gestellt werden. Deren nachhaltiger Effekt bleibt zwar zu bezweifeln. Kurzfristig könnte der „Bernanke-Put“ die Märkte vorübergehend allerdings stimulieren. Hauptgrund für das nicht selbsttragende Wachstum bleibt die Unlust der Konsumenten, welche unter Arbeitslosigkeit und den Folgen der Immobilienkrise leiden.

Die Rezession am Rande Europas vertieft sich und bewegt sich bedrohlich in Richtung der Kernländer. Nicht nur die stets zweckoptimistische EUKommission konzediert ein signifikantes Rezessionsrisiko, auch die einschlägigen Frühindikatoren sind deutlich unter die kritischen Marken gerutscht. Relativ schnell abgeklungen ist das Hochgefühl, welches LTRO I und II ausgelöst haben. Mario Draghi werden aber weitere Möglichkeiten bleiben, um sich als Taube im Falkengefieder und kreativer Trickser zu profilieren.

Auch in den Emerging Markets und weiten Teilen Asiens sind die konjunkturellen Aussichten eingetrübt. Sie leiden via Exportschiene und über die Finanzströme unter der Eurokrise. Allerdings ist hier eine harte Landung am wenigsten zu befürchten. Der Übergang zu einem tieferen Wachstumspfad sollte kontrolliert zu meistern sein. In vielen Ländern sind die ausgewiesenen Inflationsraten bereits wieder innerhalb des jeweiligen Zielbandes. Allerdings greifen angesichts der konjunkturellen Unsicherheit auch die Zentralbanken
der Emerging Marktes vermehrt zu monetären Stimuli. Im Gegensatz zu den Industriestaaten ist hier noch genügend Kraftstoff vorhanden.

Aktienmärkte im Griff der politischen Börsen

Angesichts der hohen Abhängigkeit der weiteren Marktentwicklung von der Politik bleiben wir vorerst bei Aktien neutral positioniert, wobei wir regional gesehen weiterhin die USA bevorzugen.

Wir gehen davon aus, dass sich in naher Zukunft Gelegenheiten ergeben könnten, die Positionierungen anzupassen. Aktien sind auf Basis der meisten Bewertungsmethoden günstig. Der Abwärtszyklus bei den Gewinnrevisionen könnte die Talsohle durchschritten haben und viele Unternehmen weisen weiterhin rekordhohe Margen und solide Bilanzen aus.

Auf der anderen Seite zeigt die technische Marktanalyse in einigen Märkten angeschlagene Trends auf und die Stimmungsindikatoren bestätigen nicht in vollem Umfang einen möglichen Boden in der Korrekturphase.

Rentenmärkte: Sichere Staatspapiere bieten kaum noch Potential


Die Renditen amerikanischer und deutscher Staatsanleihen haben weitere Rekordtiefs erreicht und der Spielraum für weitere Kursgewinne bei hoch bewerteten Staatsanleihen scheint zunehmend zu schrumpfen.

Wir bleiben daher bei unserer Untergewichtung von Staatsanleihen reifer Volkswirtschaften, wobei wir tendenziell eher kürzere Laufzeiten vorziehen. Auch inflationsgeschützte Anleihen sind inzwischen «teuer» geworden – die Renditen sind hier in vielen Fällen in den negativen Bereich gerutscht.

Strategisch setzen wir weiterhin auf diese Assetklassen, weil sie Schutz vor den möglichen Folgen der extrem expansiven Geldpolitik bietet. Taktisch sehen wir aber kaum Gründe für aufflackernde Inflationserwartungen in naher Zukunft und reduzieren daher unsere Position etwas. Geringe Verschuldung und hohe Barmittelbestände lassen Unternehmensanleihen weiterhin attraktiv erscheinen.

Währungen: US Dollar bevorzugt – Euro gemieden

Wir erhöhen erneut unsere Übergewichtung des US-Dollars (USD) auf Kosten der kanadischen Währung (CAD). Die relative Stärke des CAD nimmt mit sinkenden Energiepreisen ab, denn Energieexporte stellen einen wichtigen Bestandteil der kanadischen Handelsbilanz dar.

Die norwegische Krone (NOK) hat sich nicht vom Euro abkoppeln können. Aus USD-Perspektive wird die Position in NOK daher aufgelöst, während die in den Euro- und Franken-Portfolios als Absicherung beibehalten wird. Im Extremszenario eines Zerfalls der Eurozone würde die Krone als Fluchtwährung profitieren und gegenüber dem Euro steigen.

Solange die Schweizerische Nationalbank bei ihrem EUR/CHF-Wechselkursziel bleibt wird dies auch gegenüber dem Franken der Fall sein.

Das britische Pfund und der japanische Yen werden neutral gewichtet, wobei dies beim Yen auch im Vorquartal der Fall war. Unsere Währungsexponierung gegenüber den Schwellenländerwährungen verringert sich mit der Reduzierung der genannten EM-Bondquote etwas.

Die auffälligsten aktiven Positionen sind die ausgeprägte Untergewichtung des Euros und das ebenso deutliche Übergewicht des amerikanischen Dollars.


 
 

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Stefan
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