Ein kurzes Update vom Verfasser des Buches „Die Währungsreform kommt“ zur aktuellen Entwicklung beim Euro.
BE: Herr Horstmann, Griechenland will im Euro bleiben. Ist das positiv zu bewerten? Wie soll allerdings Griechenland wieder konkurrenzfähig werden?
Horstmann: Griechenland kann nur durch den Euro-Austritt wieder konkurrenzfähig werden. Die neue Drachme würde massiv abwerten. Die neue Währung würde den Tourismus und die Exportwirtschaft, soweit vorhanden, ankurbeln.
BE: Haben die Hilfsgelder bisher etwas bewirkt?
Horstmann: Offensichtlich wird das Rettungsgeld nicht effektiv genutzt, um die Strukturen des Landes zu verbessern. Im Gegenteil, es scheint eher die Ineffizienz zu vergrößern, da das Geld ohne griffige Auflagen vergeben wird.
BE: Der ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) steht noch im Juni zur Abstimmung. Wie viel wurde hier in den Medien berichtet? Ist die Bevölkerung informiert? Ist die Initiative des Steuerzahlerbundes bekannt? Man hört immer wieder von einer Gleichschaltung großer Medien in Form von Totschweigen.
Horstmann: Das Thema Eurokrise und ESM stehen im Schatten der Europameisterschaft, die auch noch Euro heißt. Nicht alle Medien halten sich zurück, aber die Aufklärungsarbeit lässt zu wünschen übrig. Über den aktuellen G20-Gipfel wird kaum berichtet.
BE: Auch in Frankreich waren Wahlen und die Sozialisten haben nun frei Fahrt. Wie wird sich das auswirken? Bricht die Achse Merkel - Hollande?
Horstmann: Vermutlich werden sich Hollande und Merkel zusammenraufen und die Achse Paris-Berlin wieder verstärkt, da keiner von beiden Politikern für das Scheitern des Euro verantwortlich sein will.
BE: Danke für das Update
zur Person:
Dr. Ulrich Horstmann ist Autor des Bestsellers: „Die Währungsreform kommt!: Über Versuche der Politik den Euro zu retten, fehlgeleitete Finanzmärkte und wie sie ihr Vermögen trotzdem sichern“ (http://www.amazon.de/ ).
Ulrich Horstmann studierte Betriebswirtschaftslehre in Bochum, Trier und Wien. Seit 1989 ist Ulrich Horstmann in mehreren Finanzinstituten im Research tätig, davon einige Jahre in Wien. Derzeit arbeitet Horstmann bei der Bayrischen Landesbank. Ein weiteres Buch zum Thema erscheint in Kürze.






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