Was würden Sie von einer Verzinsung von 52% pro Jahr halten? Ja, Sie haben richtig gelesen: pro Jahr. Nicht übel, werden Sie wohl sagen. Wo man diese Verzinsung wohl bekommt? Nun, die Schreiberin dieser Zeilen muss Sie leider enttäuschen: Es wird wohl keinen Anbieter von strukturierten Produkten geben, der Ihnen das anbieten kann. Vielleicht schaffen sie es mit einem enormen Hebel und einem ebenso enormen Wettglück. Dann kann man nur gratulieren. Aber selbst dann werden Sie mit diesem Einsatz nicht über 26 Jahre dieses Glück haben und so eine Rendite von 56.000% einfahren. Ja, es handelt sich tatsächlich um keinen Tippfehler.
Um stolze 666 Dollar boten Steve Jobs und Steve Wozniak im Jahr 1976 ihre ersten persönlich zusammengeschraubten Computer zum Kauf an: Apple 1. Damals waren das die ersten Computer für Heimanwender, die Nachfrage war allerdings endenwollend: 150 Computer verkauften Jobs und Wozniak selbst, 50 andere orderte ein Eletronikhändler. Heute sollen immerhin noch 50 Stück vorhanden sein, sechs davon auch noch funktionieren. Sollte einer dieser elektronischen Antiquitäten auf Ihrem Dachboden oder Keller überlebt haben – dann kann man Ihnen nur neidlos die Hand schütteln. Denn bei Sotheby’s wurde jüngst ein funktionierendes Exemplar versteigert – um beeindruckende 374.000 Dollar wechselte der Computer den Besitzer. Und damit wären wir bei eben jenen 56.000%.
Wenig Risiko, etwas Rendite
Zugegeben: die Wahrscheinlichkeit, dass Sie glücklicher Besitzer eines „Apple 1“ sind, ist wohl endenwollend, aber man muss ja Apple nicht unbedingt physisch besitzen, um Apple zu lieben. Geld verdienen lässt sich auch mit strukturierten Produkten – auch wenn es garantiert keine 52% pro Jahr sein werden. Aber immerhin 7,5% , im Fall der gerade in der Zeichnungsphase befindlichen Apple-Barriere-Aktienanleihe von Goldman Sachs. Das ist natürlich nicht schlecht, spricht aber wohl nur solche Anleger an, die davon ausgehen, dass der Höhenflug der Aktie jetzt einmal beendet ist. Schliesslich hat Apple heuer – trotz jüngster Kursrückgänge – rund 39% zugelegt,.
Der Kupon der einjährigen Aktienanleihe (DE000GT1YUB4) wird also jedenfalls gezahlt, der Nominalbetrag (1000 Euro, Ausgabepreis liegt inkl. Ausgabeaufschlag bei 1010 Euro) wird aber nur erstattet, wenn Apple am Ende der Laufzeit (6. Juli 2012 bis 8. Juli 2013) nicht mehr als 30% verliert. Denn sollte das Papier mehr als 30 Prozent verlieren, wird die Nominale abzüglich der Kursverluste gezahlt. Also, im Fall von einem Minus von 40 Prozent werden 1000 Euro mal (100% - 40 %) gezahlt, somit 600 Euro. Der Beobachtungstag ist nur am Laufzeitende – sollte die Aktie im Jahresverlauf also mehr als 30% verlieren, zum Laufzeitende diese Verluste aber wieder wettgemacht haben, dann wird auch die volle Nominal gezahlt. Ebenfalls erwähnenswert: Es handelt sich um ein Quanto-Zertifikat, das Währungsrisiko wird also ausgeschaltet.
Wer diese Aktienanleihe angesichts der jüngsten Kursgewinne als nahezu risikofreies Investment betrachtet, der sei nur auf eines hingewiesen. Zuletzt büsste Apple zwischen Mai 2008 und Jänner 2009 (also innerhalb eines Jahres!) rund 50% ein... (sl)






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