Während die Schweizer wie ein gallisches Dorf dem sie umschließenden Imperium wacker trotzen, hat sich ein ganzer Teil Europas gleich geschlossen gegen den Euro gestellt, nämlich mit Ausnahme Finnlands der ganze Norden. Norwegen ist überhaupt der EU ferngeblieben, Dänemark, Schweden, und wenn man es dazu rechnen will, Großbritannien, haben dem Euro die kalte Schulter gezeigt, und das einzige Euroland im Norden, Finnland, hat sich zumindest bei der Griechenlandkrise nicht gänzlich über den Tisch ziehen lassen.
Skandinavien ist klar im Vorteil
Den skandinavischen Nichteuroländern geht es besser denn je, denn sie müssen nicht in das Fass ohne Boden der ohnehin vergeblichen Eurorettung einzahlen, während Deutschland inzwischen schon Haftungen, die durchaus nicht nur auf dem Papier bestehen, von 1,5 Billionen Euro eingegangen ist (Rettungsschirme, Target2). In Österreich sieht es seiner Größe entsprechend ähnlich aus, 60 Milliarden sind auch nicht gerade nichts. Finnland dagegen hat wenigstens für einen Teil seiner Zahlungen von Griechenland Garantien eingefordert, die verwertet werden können. Während die österreichischen Steuerzahler noch für dumm verkauft wurden, indem die Griechenland-Gelder wegen der Zinsen als gutes Geschäft dargestellt wurden, forderten die Finnen Garantien ein. Offensichtlich kann man in Österreich mit Steuergeldern recht locker umgehen.
Nordic Fonds boomen
Um all diese Problem brauchen sich die Skandinavier außer Finnland nicht kümmern, womit sich zeigt, dass es durchaus von Vorteil sein kann, seine eigene Währung nicht aufgegeben zu haben. Denn die gebetsmühlenartig herbeigeredeten Nachteile aus der Euroverweigerung lassen seit Jahren auf sich warten. So nimmt es auch nicht Wunder, dass immer mehr Anleger die Euro-Verweigerer als Alternative ansehen, ihr Eurorisiko zu diversifizieren. Es locken niedrige Inflation, relativ geringe Verschuldung und politische Stabilität. Einzig in Dänemark lahmt die Konjunktur etwas. Solange die Kapitalbewegung nicht übertriebene Formen wie bei der Flucht in den Franken annimmt, lässt sich damit gut leben. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Skandinavienfonds und nordischen Anleihen boomen. Kein Wunder: Hat man dort noch Zeit, sich um die Wirtschaft zu kümmern, anstatt sich mit sinnlosen Eurorettungsmaßnahmen herumzuschlagen. Skandinavische Fonds werden allerdings fast nur von den in Skandinavien ansässigen Banken angeboten. Allerdings sich auch etliche ETFs (Stichwort: „Nordic“) und Zertifikate erhältlich. Und wenn der Markt recht hat, schaut es für Euroland nicht wirklich gut aus.
(cr)






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