Die Ölpreise sind am Montag nach anfänglichen Gewinnen deutlich ins Minus gedreht. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 96,25 US-Dollar. Das waren 1,35 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juli fiel um 64 Cent auf 83,39 Dollar.
Nach einer anfänglichen Erleichterung über die Wahlergebnisse in Griechenland habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten rasch wieder eingetrübt, sagten Händler. Einen Tag nach dem Wahlsieg der Reformbefürworter in Griechenland gibt es zwar Hoffnung auf eine rasche Regierungsbildung. Die griechischen Sozialisten erklärten sich am Montag grundsätzlich bereit, eine Koalitionsregierung mit der konservativen Nea Dimokratia zu bilden. Allerdings sehen Experten in Spanien die größeren Risiken für die Weltwirtschaft. Die Lage am spanischen Anleihemarkt verschärfte sich am Montag dramatisch, und die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen kletterte auf einen Rekordstand von 7,241 Prozent. Die höhere Risikoaversion habe so auch die Ölpreise belastet. Dass die frühen Gewinne größtenteils wieder abgegeben wurden, unterstreiche die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer, heißt es in einer Analyse der Commerzbank. Dies zeigt sich auch im geringen Optimismus der spekulativen Finanzanleger. Deren Netto-Long-Positionen seien in der Woche zum 12. Juni um weitere 10.000 auf 109.600 Kontrakte gesunken, den tiefsten Stand seit September 2010.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist unterdessen gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel (159 Liter) am Freitag im Durchschnitt 96,02 US-Dollar. Das waren 80 Cent mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.
(dpa-AFX)






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