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notleidende Kredite

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Hedgefonds kaufen Griechen-MBS   Facebook be



18.06.2012
 

Auf notleidende Kredite spezialisierte Hedgefonds kaufen derzeit eifrig griechische Wertpapiere, die mit Hypothekenkrediten unterlegt sind (Mortgage Backed Securities, MBS). Sie setzen darauf, dass sich die Bonds erholen werden, sollte Griechenland im Euroraum bleiben - wonach es nach der Wahl zunächst aussieht. Die Papiere sind in der Vergangenheit jedoch so stark abgesackt, dass Investments selbst dann noch profitabel sein können, wenn der schlimmste Fall eintritt und das Land aus der Währungsunion herausfällt.

Ursprünglich mit Spitzen-Bonitätsnoten versehene Bondsrentieren jetzt 22 Prozentpunkte oberhalb der Benchmark- Sätze. Noch im vergangenen Juni war lediglich ein Aufschlag von 9,25 Punkten gefordert worden, wie aus Daten von JPMorgan Chase & Co. hervorgeht. Der Renditeabstand ist damit dreimal so hoch wie bei spanischen Hypothekenbonds und etwa 15 Mal so hoch wie bei niederländischen Papieren.

Zustande gekommen sind diese Preise laut Apostolos Saflekos von Auriga Global Investors in Madrid durch Befürchtungen, dass Griechenland aus der Eurozone herausfallen könnte. Hedgefonds und andere Investoren, die auf notleidende Papiere spezialisiert seien, stürzten sich auf diese Bonds, während Fondsgesellschaften und Banken sie wegen der Bonitäts-Senkungen abstossen müssen.

Nach der Wahl am Sonntag sieht es derzeit danach aus, als würden die Parteien, die sich für den von der Troika verordneten Sparkurs ausgesprochen haben, die Mehrheit haben. Sollte die Regierungsbildung in den nächsten Tagen jedoch erneut scheitern - wie schon nach den letzten Wahlen - dann sind alle Möglichkeiten für die Zukunft Griechenlands offen.

Ein Austritt aus dem Euroraum und die Wiedereinführung der Drachme würde dazu führen, dass die neue Währung um 65 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet würde, schätzte die griechische Zentralbank ein. Das Land würde dann “unweigerlich” einen grossen Anteil der ausländischen Verbindlichkeiten nicht zurückzahlen können. Das Pro-Kopf-Einkommen der Griechen würde in Euro gemessen um mindestens 55 Prozent einbrechen, wie aus einem Bericht der Notenbank vom Mai hervorgeht.

Für Griechen, die nach der Aufnahme des Landes in den Euroraum verstärkt Eigenheimkredite aufnahmen, würde dies problematisch werden. Sie könnten unter Umständen die Hypotheken nicht mehr bedienen. Probleme gebe es dann auch für Investoren in Bonds, die mit Hypotheken unterlegt sind, sagen Conor O’Toole und Rachit Prasad, zwei Analysten der Deutsche Bank AG. Schon jetzt fällt das Abzahlen der Kredite vielen nicht leicht. Ein Beispiel sind Thanos und Annetta Kappas, beide Lehrer an einer Schule, die sich auf ihr ursprünglich festes Einkommen verlassen und 2009 eine Wohnung gekauft haben. Sie nahmen einen Kredit in Höhe von 210.000 Euro bei der National Bank of Greece auf und mussten monatlich 900 Euro abzahlen, was bei einem gemeinsamen monatlichen Einkommen von 2.700 Euro gut möglich war. Dann wurde jedoch ihr Gehalt um 32 Prozent gekürzt auf 1.840 Euro, und jetzt sind sie auf die finanzielle Unterstützung seiner 79-jährigen Mutter angewiesen.

Das Paar ist keine Ausnahme. Der Anteil der notleidenden Hypotheken-Kredite ist im vierten Quartal auf 15 Prozent geklettert. Sollte es zu einem Euro-Austritt kommen, würde dieser Anteil deutlich wachsen, erwarten Experten.

“Die Entwertung der Drachme würde, zusammen mit der hohen Inflation, politischer Instabilität und einem Überangebot dazu führen, dass die Hauspreise einbrechen”, sagt Ioannis Kaligiannakis, ein leitender Gebäudegutachter bei Colliers International in Athen. “Kreditnehmer wären gezwungen, ihre Zahlungen einzustellen, da ihre Hypotheken höher wären als der Wert der Immobilien.”

Amerikanische Beteiligungsgesellschaften schreckt das Szenario jedoch nicht allzu sehr ab. Sie suchen nach Renditen, die sie auf ihrem Heimatmarkt nicht erzielen können, sagt Michael Bolton, Managing Director bei Clayton Euro Risk, einem Anbieter von Risikoanalyse für Hypotheken. Auf dem griechischen Märkte können seiner Ansicht nach gute Gewinne erzielt werden, da “der Markt überreagiert” habe.

Sollte Griechenland in der Eurozone bleiben, so könnten sich vorrangige griechische Hypothekenbonds als robust erweisen, und zwar “selbst im schlimmsten Szenario”, urteilen O’Toole und Prasad von der Deutschen Bank.

(Bloomberg)


 
 

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