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LTRO-Kritik

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"Die Saat für Auseinanderfallen des Euroraums ist gesät"   Facebook be



02.05.2012
 

Die Massnahmen der Europäischen Zentralbank zur Beilegung der Euroraum-Schuldenkrise drohen stattdessen die Gemeinschaftswährung zu untergraben. EZB-Kredite im Wert von über 1,3 Billionen Euro sind für Käufe von Staatsanleihen verwendet worden, was die Fremdkapitalkosten begrenzt hat. Da die Abhängigkeit Italiens von heimischen Kreditinstituten steigt und spanische Banken die Käufe von heimischen Staatsanleihen verstärken, lassen die wirtschaftlichen Bindungen, die das Schicksal der Euromitglieder verknüpfen, nach. Damit sinkt für andere Länder der Anreiz für Stützungsmassnahmen zum Erhalt der Währungsunion.
“Nachdem die lokalen Bondmärkte nun nur noch im Besitz heimischer Institute sind, gibt es immer weniger Anreize für andere Länder, diese zu stützen und einigen von ihnen finanziell unter die Arme zu greifen”, erläutert Stephane Monier, Fondsmanagerin bei Lombard Odier Investment Managers. “Im Grunde genommen pflanzen sie die Saat für ein Auseinanderfallen der Eurozone.”

Die EZB startete im Dezember den ersten von zwei aussergewöhnlichen Drei-Jahres-Kredittendern zu einem Zinssatz von einem Prozent. Italienische Banken haben ihre Bestände an Staatsanleihen auf 323,9 Mrd. Euro erhöht, vergleichen mit 301,6 Mrd. Euro im Februar und 247,4 Mrd. Euro im November, so die EZB. Spanische Banken halten Bonds in Höhe von 263,3 Mrd. Euro, verglichen mit 245,6 Mrd. Euro im Februar und 177,9 Mrd. Euro im November.

Seit den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (LTRO) haben beide Länder erklärt, dass sie die mit der Europäischen Kommission vereinbarten Defizitziele verfehlen werden. Das hat die spanischen Zwei-Jahres-Renditen auf 3,25 Prozent getrieben, was mehr als einen Prozentpunkt über dem Tiefstwert in diesem Jahr liegt. Die italienischen Renditen sind gegenüber ihrem Tief von 2012 um fast 1,5 Punkte gestiegen bis auf 3,13 Prozent, während die Renditen deutscher Bundesschatzanweisungen am 27. April auf ein Rekordtief von 0,075 Prozent gesunken sind. Indes stossen ausländische Investoren ihre Bestände ab, wie aus separaten Daten hervorgeht. Ausländische Investoren haben ihre Positionen an spanischen Festverzinslichen im März um 20 Mrd. Euro oder 9,3 Prozent zurückgefahren.

“Überall, wo es eine Krise gibt, findet eine Relokalisierung der Märkte statt”, berichtet Laurent Fransolet, Leiter Strategie Festverzinsliche bei Barclays Capital in London. “In Spanien und anderen Euroraum-Randstaaten war es klar, dass es umfangreiche Verkäufe durch ausländische Investoren gegeben hat und irgendjemand muss diese Papiere aufnehmen. Diese Unsicherheit macht die Anleger weiter nervös.”

Spaniens Kosten, Kapital für 10 Jahre aufzunehmen, sind im vergangenen Monat um 42 Basispunkte gestiegen und erreichten am 16. April 6,16 Prozent, den höchsten Wert seit dem 1. Dezember. Die zehnjährigen italienischen Renditen sind von 5,12 Prozent Anfang April auf 5,52 Prozent geklettert. Anleihen aus den beiden Ländern brachten den Anlegern im vergangenen Monat die grössten Verluste im Euroraum ein, zeigen Daten von Bloomberg und der European Federation of Financial Analysts Societies. Spanische Staatsanleihen büssten im April 1,8 Prozent ein, italienische Papiere verloren 1,3 Prozent.
Die Bonitätsnote Spaniens wurde von Standard & Poor’s zum zweiten Mal in diesem Jahr herabgestuft. Die Ratingagentur begründete dies mit den Bedenken, dass das Land bei einer Konjunkturverschlechterung seinen Banken weiterhin finanziell unter die Arme greifen muss. S&P hat am Montag die Ratingnoten von elf spanischen Banken nach unten korrigiert, darunter Banco Santander SA und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA und verwies auf die “potenziell negativen Auswirkungen” der Bonitätsherabstufung des Landes. “Die Liquiditätsmassnahmen der EZB sind ein zweischneidiges Schwert”, sagt Gianluca Ziglio, Zinsstratege bei der UBS in London. “Einerseits haben sie die Nachfrage nach Staatsanleihen angeschoben, andererseits sind die Banken dadurch stärker der Volatilität und den sich ausweitenden Spreads ausgesetzt.”

Bloomberg


 
 

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