Italienische Banken haben zurzeit so viele faule Kredite in ihren Büchern wie seit mehr als elf Jahren nicht mehr. Dazu geführt hat nicht zuletzt, dass das Land bereits in seiner vierten Rezession seit 2001 steckt. Zudem treibt die Schuldenkrise die Finanzierungskosten der Unternehmen an.
Der Anteil der ausfallgefährdeten Kredite am gesamten Kreditvolumen der Banken kletterte im Februar auf 6,3 Prozent, verglichen mit 6,2 Prozent im Januar, wie Zahlen des Bankenverbands Associazione Bancaria Italiana (ABI) belegen. Das ist das höchste Niveau seit November 2000. Noch im Juni 2008 hatte der Anteil lediglich drei Prozent betragen.
“Die Banken leiden unter einer Kombination aus Staatsschulden-Risiken und dem wirtschaftlichen Umfeld”, sagt Gianfranco Torriero vom Bankenverband. “Die Kreditinstitute im Land bleiben solide, und die Lage ist unter Kontrolle.”
Das Volumen der notleidenden Kredite schnellte im Februar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,5 Prozent hoch auf 107,6 Mrd. Euro, gab ABI bekannt. Die Wertminderungen, inklusive Abschreibungen, summierten sich auf 55 Mrd. Euro, verglichen mit 48 Mrd. Euro im Februar 2011.
“Diese Daten spiegeln wider, dass die italienischen Banken Geschäftsbanken sind, die für Familien und Unternehmen da sind”, sagte Roberto Nicastro, General Manager von UniCredit SpA, der grössten Bank des Landes. “Die Qualität ihrer Vermögenswerte bildet das wirtschaftliche Umfeld ab.”
In Spanien kletterte der Anteil der faulen Kredite im Februar auf 8,16 Prozent - den höchsten Stand seit 1994. Noch im Jahr 2007 hatte der Anteil lediglich ein Prozent betragen, wie aus Daten der Notenbank des Landes hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Das Volumen der Problemkredite schnellte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 110 Prozent hoch. Damit werden Kredite im Volumen von 143,8 Mrd. Euro von der Aufsichtsbehörde als “zweifelhaft” eingestuft.
Bloomberg






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