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Krise bleibt

Die Krise in Europa geht bald in die nächste Runde   Facebook be



10.04.2012
 
Derzeit dominiert das Schönreden


Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden zwar nach wie vor schöngeredet, in Summe sieht es allerdings nicht allzu rosig aus. Die europäische Autoindustrie könnte, wie bereits berichtet, laut Prognose des Zentrums für Automotive Research (CAR) vor der größten Krise seit 18 Jahren stehen (http://www.automobil-produktion.de/ ). Die könnte auch Deutschland hart treffen und weiter am Top-Rating kratzen.
Die Niederlande, mit Deutschland, Finnland und Luxemburg das einzige verbleibende Euro-Land mit einem AAA-Rating, erwartet für heuer eine Schrumpfung der Wirtschaft um knapp 1% und könnte eventuell sogar das Top-Rating verlieren.

Inflation wird zunehmend ein Thema

Entgegen den nun rund zwei Jahre geleugneten Inflationsgefahren wird die Inflation zunehmend zu einem realen Problem, und in Deutschland sind die Massenmedien bereits darauf eingeschwenkt, den Deutschen die Angst vor der Inflation auszureden und sie gar als nützliche Entwicklung mit deutlichem Lohn- und Beschäftigungswachstum und steigenden Immobilienpreisen darzustellen.
Die unabhängige Rating-Agentur Egan-Jones sieht inzwischen den Zusammenbruch des Euro-Systems als unvermeidlich an, da mit den Maßnahmen der EZB nur Zeit gewonnen werde. Portugal werde auf jeden Fall fallen und Griechenland werde erneut umschulden müssen (http://www.faz.net/ ).

In Italien viel heiße Luft

Spanien bleibt ohnedies weiterhin ein Problemfall, wo große Zweifel bestehen, ob sich die Probleme noch lösen lassen, und auch in Italien wird mehr Wind bewegt als real wirksame Maßnahmen gesetzt. Etwa finden de facto entgegen der propagierten Flexibilisierung und Entbürokratisierung des Arbeitsmarktes diese nur ungenügend statt.
Rumänien und Bulgarien möchten 2014 dem Euro beitreten, die Hausaufgaben sind angeblich gemacht, was allerdings den beiden Griechenlandnachbarn nicht ohne weiteres abgenommen werden dürfte (oder doch, wenn die Politik darin einen kurzfristigen Push für den Euro als Reanimation eines Totgesagten sehen könnte).

Eurogruppenleiter Jean-Claude Junckers Schönredeparolen, dass der Euro nach alle überleben werden, könnten sich rasch als reine Propaganda erweisen, die keinen realen Hintergrund aufweist.

Unter diesem düsteren Szenario stellt sich die Frage, ob der Aufschwung der Aktienmärkte weiter anhalten kann, oder ob wieder mit Einbrüchen zu rechnen ist.
Gold sollte von der zunehmenden Inflationsgefahr längerfristig profitieren, noch ist aber die Angst der Anleger zu klein, um einen deutlichen Preisschub zu erwarten. Die Goldanalysten sind überhaupt bezüglich der weiteren Entwicklung des Goldpreises derzeit äußerst skeptisch eingestellt, was allerdings auch als gute Zeichen angesehen werden kann. Für schlecht wird vor allem die anhaltend gute US-Konjunktur eingeschätzt, die jedoch in Wirklichkeit auf sehr wackeligen Beinen steht. Auch der Streik der indischen Schmuckhändler wird als Gefahr für den Goldpreis gesehen.
Wie lange noch der Deckel auf dem Topf voller überkochender Probleme gehalten werden kann, bleibt die große Unbekannte; der auf inzwischen eine Billion angeschwollene Rettungsschirm wird dennoch nicht zu mehr genügen, als ein wenig Zeit zu erkaufen.

(cr)


 
 

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