Bondguru Bill Gross von Pacific Investment Management Co. (Pimco) hat seine Position bei Treasuries auf den höchsten Stand seit Juli 2010 ausgeweitet. Damit steht er in Gegensatz zum Milliardär und Investor Warren Buffett, der Anleihen als “gefährlich” bezeichnet hat.
Gross hat den Anteil von Anleihen staatlicher Emittenten aus den USA im Portfolio des 250,5 Mrd. Dollar schweren Total Return Funds im Januar auf 38 Prozent ausgebaut, wie aus einem Bericht auf der Website von Pimco hervorgeht. Im Dezember lag der Anteil noch bei 30 Prozent.
Buffett erklärte, Steuern und Inflation sollten die Anleger von Anleihen abschrecken. Eine ähnliche Ansicht hatte zuvor bereits Laurence D. Fink, Vorstandschef von BlackRock, dem grössten Vermögensverwalter weltweit, geäussert. Er empfahl Investoren, zu 100 Prozent in Aktien investiert zu sein, weil diese höhere Renditen bieten als Anleihen.
Die Differenz zwischen dem Zinssatz zehnjähriger US- Staatsanleihen und der jährlichen Inflationsrate, die sogenannte Realrendite, liegt bei minus 0,99 Prozent. Im Oktober stieg der Abstand bis auf minus 2,14 Prozent. In dieser Grössenordnung haben Anleger zuletzt 1980 Geld mit Bond-Investments verloren. “Anleihen sollten mit einem Warnhinweis versehen werden”, schrieb Buffett in einem Artikel. Dennoch halte Berkshire erhebliche Summen in Anleihen, vor allem in kurzfristigen Papieren, geht aus dem Artikel hervor, der eine abgewandelte Version des jährlichen Briefs Buffetts an seine Aktionäre ist. Grund sei der Liquiditätsbedarf des Unternehmens, so Buffett.
Gross hat sich ebenfalls mit dem Phänomen der negativen Realrenditen befasst. In seinem im Januar veröffentlichten Investmentausblick bezeichnete er sie als eine Form der “finanziellen Repression”. Pimco favorisiere Treasuries mit Restlaufzeiten von fünf, sechs und sieben Jahren, erläuterte Gross am 3. Februar. Dabei verwies er auf die Zusage der US-Notenbank Federal Reserve, die kurzfristigen Zinsen niedrig zu halten.
(Bloomberg)






