Letzte Woche fand im Zürcher Kongresshaus die jährliche Fondsmesse statt, die so etwas Ähnliches wie die Gewinnmesse in Wien darstellt, allerdings nur auf Fonds beschränkt ist. Für Zertifikate gibt es eine eigene Messe, was auch gut ist, da bereits die Fondsmesse jeden Rahmen sprengt und es kaum möglich macht, sich mit den ausstellenden Anbietern im Detail zu befassen. Der erste Tag ist traditionell den professionellen Anlegern bzw. Fachbesuchern vorbehalten, was u.a. durch den 5-fach höheren Eintrittspreis geregelt wird. Neben den Ausstellern gibt es noch laufend in drei Sälen Vorträge, die sich zeitlich allerdings überschneiden, was manchmal zu schwierigen Entscheidungen führt, welchen der Vorträge man lieber anhören will.
Fonds, ETFs und Informationsdienstleister stellen ihre Produkte vor
Wenngleich die Anbieter von Fonds mit ihren Fondspräsentationen den Schwerpunkt stellen, nehmen inzwischen auch ETF-Anbieter, große Vermögensverwalter und Informationsmedien sowie Fondsratingagenturen einen wichtigen Platz in der Veranstaltung ein.
Schwerpunktvorträge und Round-Tables
Schwerpunktthemenbereiche dieser 14. Fondsmesse waren US-Politik und globale Märkte, Energie und Renten. In den Vorträgen für Fachbesucher gingen Vortragende aus Forschung und Praxis, darunter etliche Chefstrategen großer Banken, den globalen aktuellen Entwicklungen im Investmentbereich auf den Grund. Beim Roundtable „Market Outlook 2012“ stellten die Wirtschaftsexperten und Chefstrategen von vier ausländischen Banken ihre Positionen dar. Im Rahmen des Schwerpunkts „Energie“ erläuterten neben einem Regierungsvertreter für Energiefragen u.a. mehrere Fondsgesellschaften ihre Investmentphilosophie.
Die mit Anlageempfehlungen einhergehenden Risiken und wie sich der Anleger eine Meinung bilden kann standen im Fokus eines Anlegerseminars des neutralen Anlageexperten Giuseppe Botti, das an den beiden Publikumstagen insgesamt sechs Mal abgehalten wurde.
Die Aussteller decken 90% der Schweizer Marktes ab
Die an der Fondsmesse ausstellenden rund hundert Anbieter decken 90% des Fondsvolumens am Schweizer Markt ab und werden von ca. 10.000 Anlegern besucht. Das Fondsvolumen von Schweizer Anbietern ist ca. 2-mal so groß wie das der österreichischen (jeweils inklusive der alternativen Fonds).
Das Vertrauen der Fondsanleger soll zurückgewonnen werden
Die etwas gedrückte Stimmung der Jahre 2008 und 2009 scheint vergessen zu sein, auch wenn das Geschäft noch nicht wieder so ganz in die Spur gekommen ist. Vor allem die Fondsabteilungen der internationalen Großbanken hatten einen größeren Teil ihrer Mitarbeiter aufgeboten und entsprechend große Stände gemietet. Man bemüht sich, das Vertrauen der Fondsanleger, die inzwischen gebrannte Kinder sind, wieder zurückzuerobern. Aber auch kleinere Nischenanbieter nutzten die Messe, um sich mit speziellen Produkten bei den Anlagesuchenden vorzustellen. Neben Aktien- und Anleihenveranlagung stießen auch Rohstoffe und Managed Futures sowie Hedgefondsstrategien auf großes Interesse bei den Besuchern. Auch Absolute Return-Strategien sind aufgrund der volatilen Märkte wieder gefragt. Aus den Fachvorträgen und Round Tables konnten manche Anregungen mitgenommen werden, in welche Richtung sich die Märkte im laufenden Jahr entwickeln könnten. Auch Eurokrise und Gold waren aktuelle Themen. Für Einsteiger bot die Schweizer Fondsgesellschaft SFA (Swiss Fund Association) ein Workshop an.
(cr)






