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Angespannte Insolvenzsituation in Osteuropa   Facebook be



07.02.2012
 
Unternehmen aus der Mittelmeerregion überziehen am längsten

Das wirtschaftliche Umfeld in den osteuropäischen Staaten wurde und wird zu einem grossen Teil durch die Schuldenkrise und den daraus entstehenden Konsequenzen in den Ländern Westeuropas bestimmt. Insgesamt ist laut Creditreform die Situation im Angesicht der sich abzeichnenden schwierigen Kreditsituation für Unternehmen angespannt. So hat die die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Osteuropa um 6,1 Prozent auf 39.423 Insolvenzfälle zugenommen (2010: 37.139 Fälle). Die größten Zuwächse sind in Bulgarien (plus 114,3 Prozent; 1.500 Fälle), Slowenien (plus 32,4 Prozent; 675 Fälle) und Tschechien (plus 21,5 Prozent; 6.753 Fälle) zu verzeichnen. Ein deutlicher Rückgang zeigt sich in Lettland (minus 66,8 Prozent; 800 Fälle) und Estland (minus 49,2 Prozent; 256 Fälle).

Die meisten Insolvenzfälle in Osteuropa waren dem Handel und Gastgewerbe zuzurechnen (37,0 Prozent). Der Anteil des Dienstleistungssektors lag bei 28,2 Prozent. Fast jede fünfte Insolvenz (19,2 Prozent) betraf einen Betrieb aus dem Verarbeitenden Gewerbe. 15,6 Prozent der Firmenzusammenbrüche betrafen ein Bauunternehmen. In Mittel- und Osteuropa dürften 230.000 Stellen durch eine Insolvenz gefährdet sein (2010: 200.000).

Wie schwierig es um die Liquidität der südeuropäischen Unternehmen bestellt ist, zeigen die schlechten Zahlungserfahrungen exportorientierter deutscher Unternehmen. So musste jedes vierte deutsche Unternehmen (25,2 Prozent) einen Zahlungsverzug von über einen Monat hinnehmen, wenn es Waren nach Italien ausführte. Ebenso schlechte Schuldner waren spanische und portugiesische Unternehmen. 23,4 Prozent der deutschen, im Export tätigen Unternehmen klagten über Kunden aus Spanien und Portugal, die das vereinbarte Zahlungsziel über 30 Tage verstreichen ließen. Geschäftliche Beziehungen nach Osteuropa waren mit ähnlichen Problemen behaftet. Nur jeder zehnte deutsche Exporteur hatte keinen Zahlungsverzug zu beanstanden, wenn er Waren in Länder wie Rumänien und Kroatien (10,6 Prozent) oder Tschechien und Ungarn (10,7 Prozent) ausführte.

In den zentraleuropäischen Volkswirtschaften stellte sich die Lage positiver dar. So blieben deutsche Unternehmen bei einem Export nach Österreich und in die Schweiz in mehr als drei von zehn Fällen (35,3 Prozent) von einem Zahlungsverzug gänzlich verschont. Als relativ gute Schuldner zeigten sich ebenso die Benelux-Länder. Fast jedes vierte deutsche Unternehmen (23,3 Prozent), das Waren in diese Volkswirtschaften lieferte, musste keinen Zahlungsverzug hinnehmen.

In den USA war das Jahr 2011 vom Schuldenabbau geprägt. So konnten 8,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen registriert werden (2011: 1.411.000 Fälle; 2010: 1.536.799 Fälle). Ebenso positiv entwickelte sich die Insolvenzlage im Unternehmenssektor. Im Jahr 2011 mussten nur noch 48.500 Unternehmen Insolvenz anmelden (Vorjahr: 56.282 Fälle; minus 13,8 Prozent).


 
 

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