Der Steuerstreit zwischen USA und der Schweiz nimmt kein Ende. Nach der Kapitulation der UBS ist nun die Credit Suisse im Visier. Und vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die älteste Schweizer Privatbank, Wegelin in Sankt Gallen, wegen der amerikanischen Bedrohung ihr Geschäft an Raiffeisen verkauft hat und selbst nur mehr das US-Risiko als Bad Bank abwickelt. Wegelin war in die Falle getappt, als sie US-Kunden, die von der UBS im Steuerstreit aufgegeben werden mussten, übernahm. Zu allem Überfluss sieht sich nun auch der Schweizer Bundesrat wieder gezwungen, neue Finanzdaten an die USA zu liefern. Aufgebaut wird der ganze Druck von der Regierung unter Obama, der in den USA als Saubermann und Steuerkopfgeldjäger dastehen will.
Haltet den Dieb, ist Obamas Strategie
Das größte Schwarzgeldparadies und Korruptionssumpf ist nun jedoch nicht die Schweiz, sondern ausgerechnet die USA selbst. Daher drängt sich auch der Verdacht auf, dass nur nach dem Motto „Haltet den Dieb“ ständig die Schweiz angeschwärzt wird, um vom wahren Übeltäter abzulenken.
USA sind Korruptionssumpf, findet die Weltbank heraus
Eine Studie der Weltbank bringt den wahren Korruptionssumpf ans Tageslicht, indem 150 Korruptionsfälle untersucht wurden. Von den dabei verwendeten Konstruktionen zur Schwarzgeldverschleierung entfielen laut Handelszeitung (http://www.handelszeitung.ch/ ) 102 auf die USA, 50 auf Panama und nur 7 auf die Schweiz. Damit nehmen die USA unangefochten Platz 1 ein, die Schweiz rangiert weit hinten auf Platz 18. Von diesen Schwarzgeldverschleierungsvehikeln hatten 107 eine US-Bankverbindung, 76 eine Schweizer Bankverbindung.
Wie einfach kann ein solches Verschleierungskonstrukt gegründet werden? Von 102 untersuchten Zulassungs-Serviceunternehmen erfüllten 41 ihre Prüfungspflicht nicht ausreichend, wovon 27 aus den USA waren und von diesen nur 3 eine Dokumentation über die Identität der involvierten Personen verlangten.
Delaware, die Steueroase
Es ist nun nichts Neues, dass Delaware eine der aktivsten Steueroasen weltweit ist, meist genügt es bereits, per FAX oder online die Services dort in Anspruch zu nehmen. Auch andere Bundesstaaten wie Nevada haben ein Informationsgeheimhaltungs-Agreement mit der US-Steuerbehörde.
Schweiz muss Strategie ändern und Obama blamieren
Die ehemalige US-Botschafterin in Bern, Faith Whittlesey, und ihres Zeichens Republikanerin, empfiehlt der Schweiz dringend einen Strategiewechsel. In einem Interview mit der Basler Zeitung rät sie, die Scheinheiligkeit der Administration Obama bloßzustellen und mit harten Bandagen zu kämpfen, indem sich die Schweiz Mitstreiter in den USA suchen soll, von denen es nach wie vor genügend gäbe. Insbesondere sei auch medienwirksam die Delaware-Karte zuspielen. „Wenn es gelingt, Obama zu blamieren, dreht sich das Blatt. Denn er will nicht schlecht dastehen. Aber Sie dürfen keine Angst vor harten Schlägen haben“, lautet ihre Empfehlung (das gesamte Interview in: http://www.tagesanzeiger.ch/ ).
(cr)






