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Griechenland-Schock könnte Franken-Limit überrumpeln   Facebook be



03.02.2012
 

Die seit Wochen anhaltenden Gläubigergespräche Griechenlands stellen mittlerweile auch einen Test für den Euro-Mindestkurs dar, den die Schweizerischen Nationalbank (SNB) für den Franken festgesetzt hat. Je länger die Krise anhält, umso mehr gewinnt der Franken für Investoren als so genannter “sicherer Hafen” an Reiz. SNB-Interimschef Thomas Jordan hat die Absicht der Notenbank bekräftigt, den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken vehement zu verteidigen. Dennoch: Die Schweizer Währung kletterte am Mittwoch bis auf 1,2032 Franken je Euro und kam damit dem Wechselkurs-Limit der SNB bei 1,20 Franken gefährlich nahe.

Eine Einigung Griechenlands mit den Banken über einen Anleihetausch ist essentiell für das Land, um ein zweites externes Hilfspaket zur Stützung der Staatsfinanzen zu erhalten. Andernfalls droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Mrd. Euro am 20. März getilgt werden müssen. Die Europäische Union hat ihr Gipfeltreffen in Brüssel zur Griechenland-Problematik in dieser Woche ergebnislos beendet. Damit wächst bei Anlegern weltweit die Sorge vor erneuten Verwerfungen an den Finanzmärkten - und die Motivation, in unsicheren Zeiten Gelder in die Schweizer Währung umzuschichten.

“Wir sehen zurzeit einen Test der Untergrenze”, sagt Peter Rosenstreich, leitender Devisen-Analyst bei Swissquote Bank in Genf. “Sollten die europäischen Entscheidungsträger eine Einigung erzielen und Griechenland das Geld zusprechen, und wenn die Märkte dem am Montag ihren Segen geben, dann kann die SNB aufatmen und sich den Schweiss von der Stirne wischen.”

Bis dahin scheinen allerdings noch einige Verhandlungsbemühungen nötig. Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, der auch die Gruppe der Finanzminister der Eurozone anführt, erklärte am Donnerstag, dass die Krisenbeschlüsse vom 30. Januar “im Grossen und Ganzen unzureichend” gewesen seien. Weitere Schritte müssten beim Treffen Anfang März unternommen werden, fügte er hinzu. “Der Franken wird aufgrund der Unsicherheit in Griechenland stärker”, erklärte Ankita Dudani, Devisenstrategin bei der Royal Bank of Scotland Group Plc in London. “Je näher wir an das Limit heranrücken, umso aufgeregter werden die Märkte, und wenn wir 1,20 Franken erreichen, sollte die SNB bereit sein, einzugreifen. Sie beobachten die Lage offensichtlich sehr genau.”

Nach Ansicht von Steven Barrow, dem Leiter Devisenstrategie für die G10-Nationen bei Standard Bank in London, kann die SNB sich zwar “unbegrenzter Mittel” bedienen, um die Untergrenze zu verteidigen. Sie müsse jedoch deutlich machen, dass es ihr damit auch wirklich ernst ist. “Für die SNB wäre es am besten gewesen, wenn sie lange vor dem Erreichen der Marke von 1,20 Franken deutlich interveniert hätte”, sagt er. “Denn dann wäre der Markt nervös geworden. Wenn der Wechselkurs jedoch knapp über dem Limit pendelt und es zu einem Schock-Ereignis kommt - wie beispielsweise einem Austritt der Griechen aus der Eurozone - könnte es gut sein, dass der Franken die Marke durchbricht, noch ehe die SNB Zeit hat, zu reagieren.”

Angesichts der Aussicht auf eine “anhaltende Krise” in der Euro-Region ist es für Rosenstreich von Swissquote unklar, ob die SNB selbst überhaupt an der Untergrenze festhalten will. “Angesichts dessen, was wir aus Europa hören, bestehen bereits grosse Zweifel an der Langlebigkeit des Limits”, sagt er. “Die Entschlossenheit Jordans ist auch fraglich.” Er verweist darauf, dass sein Vorgänger Philipp Hildebrand die Galionsfigur der Untergrenze gewesen sei. Die SNB gibt nicht bekannt, welche Summe sie zur Verteidigung des Franken-Limits einsetzt. Ende Dezember beliefen sich die Devisenreserven der Zentralbank auf 257,5 Mrd. Franken. Am Ende des Vormonats waren es 261,9 Mrd. Franken. “Die SNB wird immer getestet und an den Märkten herausgefordert”, sagt Reto Hünerwadel, leitender Volkswirt bei der UBS AG in Zürich. Bislang sei die Zentralbank allerdings immer überaus erfolgreich gewesen.

(Bloomberg)


 
 

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