Das optimistische Ziel der malaysischen Regierung für die privaten Investitionen scheint 2011 überboten worden zu sein. Mit zweistelliger Dynamik soll es 2012 weitergehen trotz schwächerer Weltkonjunktur. Über den Entwicklungsplan hinaus, der auch private Projekte stimuliert, will die Regierung zusätzliche Vorhaben initiieren. Die wichtigsten Zielsektoren im Industriebereich sind traditionell die Branchen Elektro und Elektronik, Chemie, Metall sowie Transport- und Lebensmittel. Malaysias Regierung setzte die Zielmarge bei den privaten Investitionen 2011 mit 83 Mrd. malaysischen Ringgit (RM; rund 19,3 Mrd. Euro; 1 Euro = 4,3 RM) bereits hoch an. Nun dürfte diese Vorgabe mit über 90 Mrd. RM übertroffen worden sein, erklärte der Minister für internationalen Handel und Investitionen, Mustapa Mohamed. Nachdem die privaten Investitionen 2010 um 17,7% gegenüber dem Vorjahr zugenommen hatten, dürften sie 2011 um 16,2% gestiegen sein.
Mit einer nur leicht abgeschwächten Dynamik von 15,9% soll es 2012 weitergehen, prognostizierte der Minister. Hierbei hilft auch die Regierung mit ihrem Economic Transformation Program, das die Privatwirtschaft zu Investitionen in Schlüsselprojekte ermutigt. Mit starken Zuwächsen rechnen die Wirtschaftsplaner im Finanz- sowie im Öl- und Gassektor und auch in der Plantagenwirtschaft. Als Erfolg verbucht die Regierung die Ende 2011 bekannt gewordene Ankündigung des IBM-Konzerns, rund 1 Mrd. RM in ein globales Informationstechnologiezentrum zu investieren. Dieses will der US-Konzern in der Technologiestadt Cyberjaya in der Nähe von Kuala Lumpur errichten. Die japanische Toshiba plant Investitionen von 268 Mio. RM in ein globales Vertriebs- und Forschungszentrum.
Die bedeutendsten Zielsektoren für die Investoren sind bislang die Elektro- und Elektronikindustrie. Bei diesem Hauptdevisenbringer Malaysias engagieren sich vor allem ausländische Unternehmen. Auch die strategisch wichtige Erdölindustrie, die Metallverarbeitung, der Transportmittelsektor, der vor allem auf der Kfz-Branche basiert, und die chemische Industrie sind und bleiben bedeutende Empfänger von Investitionen. Besonders dynamisch entwickeln sich die ausländischen Direktinvestitionen, die auch den größten Anteil an den Gesamtinvestitionen stellen. Nachdem das Engagement ausländischer Investoren 2010 mit einem dreistelligen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zugelegt hatte, stieg der Wert im 1. Halbjahr 2011 um 75,4%. Von den im Zeitraum Januar bis August 2011 von der Malaysian Industrial Development Authority (Mida) genehmigten Projekten im Wert von 35,8 Mrd. RM kam mit 19,4 Mrd. RM über die Hälfte von ausländischen Investoren.
Die Hauptquellen ausländischer Direktinvestitionen lagen 2010 in den USA (11,7 Mrd. RM), Japan (4,0 Mrd.), Hongkong, SVR (2,8 Mrd.), Singapur (2,2 Mrd.) und Deutschland (1,9 Mrd.). Andere wichtige Herkunftsländer waren Taiwan (1,0 Mrd.), die Niederlande (0,9 Mrd.) und die VR China (0,6 Mrd.). Im 1. Halbjahr 2011 hat sich diese Reihenfolge ungefähr wiederholt, wobei jedoch Japan vorne lag, gefolgt von den USA, den Niederlanden, Taiwan und der VR China. (R.J.)






