Mehr Umsätze, sonst aber eine ziemliche Orientierungslosigkeit. Davon berichten Händler im Fondshandel der Deutschen Börse in ihrer aktuellen Marktbeurteilung. Matthias Präger von ICF Kursmakler erklärt die Verunsicherung der Anleger mit den Wirren rund um die Euro-Krise: Zwar wurde der permanente ESM-Fonds nun Mitte des Jahres und damit früher als geplant eingeführt. Bei der Aufstockung des Hilfspakets für Griechenland herrsche aber weiter Uneinigkeit. Zudem warten Marktteilnehmer erst einmal auf die Verhandlungsergebnisse bezüglich des freiwilligen Schuldenschnitts für die Hellenen, sagt Präger.
Teils Gewinne mitgenommen wurden bei Goldaktienfonds, aber nur teils. Das Versprechen der US-Notenbank, die Niedrigzinspolitik bis mindestens 2014 zu verlängern, hat den Aktienkurs vieler Goldminen und den Goldpreis beflügelt. „Der HUI Goldminen Index stieg nach der Ankündigung um rund 6 Prozent und das Goldminen-Schwergewicht Newmont Mining hat rund 5 Prozent gut gemacht“, sagt Präger. Verstärkt abgegeben worden wurde etwa die US-Dollar-Versionen des BGF World Mining Fund (ISIN LU0075056555) und des BGF World Gold Fund (LU0055631609). Käufe verzeichneten hingegen der DJE - Gold & Ressourcen (LU0159550077) und der Pioneer Funds Austria - Gold Stock (AT0000675095).
Vorsichtiger wird hingegen Asien betrachtet, bzw. differenziert. Ins Depot legten sich Anleger beispielsweise den AGIF - Allianz RCM Indonesia (LU0348744680). Weniger überzeugt scheinen Investoren von den Aussichten chinesischer Blue Chips zu sein und trennten sich vom Aberdeen Global Chinese Equity Fund (LU0231483743), dem DWS Top 50 Asien (DE0009769760) sowie dem UBS Equity Fund - China Opportunity (LU0067412154): Die zuletzt schwächeren Wirtschaftsdaten zeigen Wirkung.
Nicht ganz so differenziert ist das Nachfrageverhalten bei passiven Fonds: Wenn sich dort Investoren für Schwellenländer-Indexfonds entschieden, dann derzeit zumeist für marktbreite Produkte, wie den ETF von iShares MSCI Emerging Markets (DE000A0HGZT7) bzw. den ETF MSCI Emerging Markets von Comstage (LU0635178014).
Doch auch auf einzelne Länder wurde gesetzt, und hier zogen sehr wohl die BRIC-Staaten. Laut Deutsche Bank griffen Anleger bei ETFs mit brasilianischen Aktien zu (db x-trackers MSCI Brazil, LU0292109344), die DekaBank sieht vor allem Käufe bei Russland- und China-Fonds (Lyxor ETF Russia FR0010326140 - Lyxor ETF China Enterprise FR0010204081). Flow Traders macht Zuflüsse beim db x-trackers Russia (LU0322252502) aus.
Sonst waren vor allem weiter Banken-ETFs gefragt. Hier verweist Jörg Sengfelder von der DekaBank auf die Euro Stoxx Banks- (DE0006289309) und Stoxx Banks-ETFs (DE000A0F5UJ7) von iShares. Der ComStage STOXX 600 Banks (LU0378435399) zählte ebenfalls zu den nachgefragten ETFs. Short-Produkte auf den Bankensektor werden hingegen abgestossen.






