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Die Börsen starteten schwungvoll ins neue Jahr. Die wichtigsten Aktienindizes konnten rund 4% zulegen (S&P 500 +4,4%, Eurostoxx50 +3,8%, MSCI World EUR +4,2%). Unser globaler Aktienfonds Omikron7 hat sich mit +7% im Monatsvergleich deutlich besser entwickelt.
Im ersten Handelsmonat des Jahres erfolgte plötzlich ein völliger Bruch zum Marktverhalten der zweiten Jahreshälfte 2011. Was ist passiert? Um das zu erklären, müssen wir nochmals einen Blick auf den Markt des vergangenen Jahres werfen.
Aus den Aktien des S&P500 wurde ein Schwarm Heringe
Während die erste Jahreshälfte noch in relativ gewohnten Bahnen ablief, brachte die zweite Jahreshälfte mit der Eurokrise ein völlig verändertes Marktverhalten. Plötzlich zählten die Äußerungen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke, EZB-Präsident Mario Draghi sowie die unterschiedlich qualifizierten Äußerungen europäischer Politiker mehr als die Fundamentaldaten einzelner Unternehmen.
In einem Marktkommentar stand einmal so trefflich zu lesen: „Es ist als ob alle Unternehmen den gleichen Vorstand hätten, der nur eine Strategie kennt, was zu einer hohen Korrelation in der Kursentwicklung der einzelnen Aktien führt, die an sich eigentlich völlig unkorreliert sind.“ In der zweiten Jahreshälfte haben sich die Aktien wie ein Heringsschwarm bewegt. Alle völlig gleich im selben Rhythmus. Für den Heringsschwarm selbst stellt das einen perfekten Schutz dar, denn potentielle Feinde sehen einen sich ständig bewegenden silbernen Ball, indem sie einzelne Tiere nicht mehr wahrnehmen.
So erging es in Summe auch aktiven Fondsmanagern im letzten Jahr. Aktive Fondsmanager kaufen jene Werte, die sie für unterbewertet halten und warten darauf, dass der Markt diese Unterbewertung im Laufe der Zeit korrigiert. Bewegen sich jedoch alle Aktien im selben Ausmaß und Rhythmus, dann findet diese Wertanpassung einfach nicht statt.
Einer Studie zufolge gab es zwischen 1996 und 2008 im S&P 500 nur 12 Tage (2 aufwärts und 10 abwärts) an denen 490 der 500 Aktien des Index in die gleiche Richtung liefen. Im Jahr 2011 alleine hatte wir 15 (!!!) solcher Tage (nahezu gleich verteilt zwischen Aufwärts- und Abwärtstagen). Im Oktober letzten Jahres erreichten wir eine Korrelation zwischen den einzelnen Aktien (auf Basis der letzten 50 Handelstage) von 86% (verglichen zum letzten Spitzwert von 82% aus dem Oktober 1987). Genau dieses Muster hat sich plötzlich zu verändern begonnen.
Gewinne wieder auf Normalniveau
Das mag auch damit in Zusammenhang stehen, dass nunmehr die Unternehmensgewinne ihre vollständige Erholung seit der 2008 Rezession erfahren haben. Sie befinden sich wieder auf „Normalniveau“. An diesem Punkt beginnt sich recht dramatisch die Spreu vom Weizen zu trennen. Es werden jene Aktien besonders stark profitieren, die Gewinnsteigerungen zu bieten haben, welche auf echtes Unternehmenswachstum schließen lassen und nicht bloß den Weg zurück zur Ertrags-Normalität.
Natürlich werden die bislang ungelösten Probleme der Eurozone immer wieder die Börsen verunsichern, allerdings dürfte das meiste bereits in den aktuellen Kursen enthalten sein. Bleibt nur zu hoffen, dass die Politik aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt hat und zukünftig mehr gemeinsam handelt als getrennt zu reden. Unter diesen Voraussetzungen wird das Börsenjahr 2012 ein sehr gutes werden, wenn man einen aktiven Managementansatz verfolgt.
Das zweite große Grundthema des Jahres 2012 wird die Dividendenrendite der Aktien bleiben. Ben Bernanke hat sich festgelegt: Keine wesentliche Zinssatzänderung bis 2014. Bislang ist der Markt nur von einer stabilen Zinslandschaft bis 2013 ausgegangen. Die durchschnittliche Dividendenrendite im S&P 500 beträgt nach wie vor 2% und bringt somit deutlich mehr als die 10-jährigen US Staatsanleihen. Einige große Werte wie z.B. Altria oder McDonalds bringen hier deutlich mehr bei einem absolut stabilen Ertragsausblick.
Es gibt also für jeden Anlegertypus – egal ob wachstums- oder wertorientiert – im Jahr 2012 an den Aktienmärkten einiges Potential. Die Auswahl der fundamental richtigen Werte ist jedoch von größerer Bedeutung denn je. Genau dafür werden wir im Omikron7 auch in diesem Jahr wieder sorgen.
Executive Summary
@ Die Zinsen werden bis 2014 auf dem jetzigen niedrigen Niveau verharren.
@ Die Aktienmärkte werden verstärkt zwischen echten Wachstumswerten und jenen unterscheiden, die nur ihre Ertragsdelle aus der Rezession 2008/2009 ausbügeln konnten.
@ Dividendenstarke Aktien werden weiterhin einer der wichtigsten Faktor in der Asset Allocation bleiben.
@ Die Währungsfront hat sich beruhigt. Die Wechselkursschwankungen werden in nächster Zeit nicht mehr so heftig ausfallen wie in den letzten Monaten.
Den gesamten SCA Monatsreport Januar 2012 finden sie wie gewohnt auf unserer Webpage.
Wolfgang Schiketanz
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