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Vor wenigen Monaten wurde FDP-Chef Philipp Rösler noch abgewatscht, als er nur einen Gedanken an eine mögliche Insolvenz Griechenlands verschwendete. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine Pleite Athens mit anschließendem Ausstieg aus der Euro-Zone zumindest als Möglichkeit ins Auge fassen. Am Dienstag äußerte Ewald Nowotny, österreichischer Notenbankchef und Ratsmitglied der EZB, Zweifel, dass Griechenland in der Lage sei, die nötigen Reformen für einen Verbleib im gemeinsamen Währungsraum durchzuführen.
Kaputt gespart
Die jüngsten Daten aus Athen könnten klarer nicht ausfallen. Trotz diverser Steuererhöhungen gingen die staatlichen Einnahmen 2011 um 1,7 Prozent zurück, die Ausgaben stiegen (!) allen Sparbemühungen zum Trotz um 2,8 Prozent. Insgesamt ergibt sich daraus ein Defizit von 27,2 Milliarden Euro nach 25,4 Milliarden im Vorjahr. Die Defizitquote dürfte damit um die 12 Prozent liegen. Nach drei Jahren Rezession liegt das Land am Boden, die Bevölkerung sieht keine Zukunft mehr und geht auf die Barrikaden. Weitere Sparprogramme sind unter diesen Umständen nicht sinnvoll und würden die Moral der Einwohner vollends untergraben. Neue Hilfen der EU sind im Gespräch. Die Daten zeigen aber, dass Griechenland zu einem Fass ohne Boden wird. In der Aktien-Strategie hatten wir dieses Szenario schon vor Monaten aufgezeigt. Langsam wird das Drama hoffentlich auch den Politiker bewusst. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen den Mut aufbringen, endlich die Reißleine zu ziehen und Griechenland von der Bürde des Euro zu befreien. Das Land hat einfach nicht die Struktur, um mit den wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften Mitteleuropas mitzuhalten.
Dauerhafte Verunsicherung
Obwohl sich die Lage Griechenlands zuspitzt, sind die Börsen in den letzten Wochen gestiegen. Das Problem hängt aber wie ein Damoklesschwert über dem Markt und sorgt für dauerhafte Verunsicherung. Ein Austritt Athens aus dem Euro würde die Finanzmärkte kurzfristig wohl durcheinander wirbeln. Damit wäre aber die marktwirtschaftlich sinnvollste Lösung gefunden und das Problem dauerhaft gelöst. Griechenland könnte sich über eine Abwertung seiner Währung sanieren und die Börsen wieder ihren gewohnten Gang gehen - wahrscheinlich nach oben.
In diesem Sinne
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