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Vorsorge/Pension

© HDI

"Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt"   Facebook be



27.01.2012
 

„Rentenversicherungen sind das Produkt der Stunde“, sagt Michael Miskarik, Geschäftsführer der HDI-Gerling Financial Services GmbH. Dabei sei es egal, ob es eine klassische Lebensversicherung oder eine fondsgebundene Variante ist. Wichtig sei nur, dass der Kunde eine haltbare Perspektive habe. Denn vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage des Staates und des auf Dauer unfinanzierbaren öffentlichen Pensionssystems sei die Eigenverantwortung jedes einzelnen gefragt.

„Wir alle leben in einem Sozialstaat und haben uns selbstverständlich an die Leistungen gewöhnt, die uns in vielen Bereichen unseres Lebens zu Teil werden. Aber Fakt ist: budgetär haben wir über unsere Verhältnisse gelebt“, fasst Miskarik das Grundproblem des Pensionsdilemmas zusammen. Denn in den vergangenen vier Jahrzehnten hätten sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. So sei die Ausbildungsdauer von 19 auf 23 Jahre angestiegen, während die Lebensarbeitszeit deutlich gesunken ist. In Österreich gehen die Menschen heute im Schnitt mit 58 Jahren in Pension - im Jahr 1970 waren es noch 62 Jahre. Im selben Zeitraum hat sich die Lebenserwartung um rund zehn Jahre erhöht. Wer heute 60 Jahre alt ist, darf statistisch gesehen davon ausgehen, dass er noch 23 Jahre zu leben hat. Für die Sozialversicherung bedeutet das: Im Jahr 1970 haben die Menschen im Durchschnitt 43 Jahre lang einbezahlt und 34 Jahre lang eine Leistung bezogen, heute zahlen sie 35 Jahre lang ein und beziehen 47 Jahre lang eine Leistung.
Hinzu kommen steigende Kosten im Gesundheitsbereich sowie eine ungünstige demografische Entwicklung – Stichwort: Geburtenrückgang.

Rechnet man diese Veränderungen hoch und berücksichtigt, dass der Prozentsatz der Pensionsbezieher an der Gesamtbevölkerung von 17% im Jahr 1970 auf aktuell rund 26% angestiegen ist, dann sind die chronisch leeren Kassen der Sozialversicherung eine logische Entwicklung. Allein 2010 klaffte im Budget der österreichischen Sozialversicherungen ein 10-Mrd.-Euro-Budgetloch, das es mit Hilfe von Steuergeldern zu stopfen galt. Und die Tendenz ist weiter steigend.

„Wenn man nun versicherungsmathematisch an die Sache heran geht, dann ergeben sich drei Lösungsansätze: die Anhebung des Pensionsalters um ca. 10 bis 12 Jahre, die Erhöhung der Beiträge auf 60 bis 70% des Einkommens oder die Kürzung der Pensionsleistungen auf ca. 24% des Aktiveinkommens. Aber alle drei Wege sind nur schwer bis gar nicht umsetzbar, also wird man einen Mittelweg finden müssen“, sieht Miskarik massive Einschnitte auf die Menschen zukommen.

„Als Versicherung sehen wir es als unsere soziale Verpflichtung die Menschen auf diese Entwicklung hinzuweisen und an ihre Eigenverantwortung zu appellieren“, betont Miskarik. Denn die beste und wahrscheinlich einzige Lösung für das Problem sieht er in der privaten und betrieblichen Vorsorge. „Die Rentenversicherung ist das Produkt der Stunde, egal ob klassische Lebensversicherung oder fondsgebunden.“ Aber Eigenverantwortung setze aktives Handeln voraus. Nicht nur beim Kunden, sondern auch beim Vertriebspartner und beim Produktanbieter.

„Der Vermittler muss dem Kunden haltbare Perspektiven anbieten, er braucht umfassende Lösungskonzepte und Vorsorge-Pakete und muss natürlich entsprechend geschult sein, denn der Kunde hat sich die höchste Beratungsqualität verdient.“ Hier sieht Miskarik auch innerhalb der Branche noch Verbesserungspotenzial. „Aber ich habe es zu meinem persönlichen Anliegen gemacht, unsere Vertriebspartner bestmöglich zu schulen. Nur so, können wir diese Herausforderung bewältigen.“


 
 

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