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Franken-Mindestwechselkurs zu Euro birgt Gefahren   Facebook be



26.01.2012
 

Der von der Schweizerischen Nationalbank festlegte Mindestwechselkurs für den Euro kann nach Auffassung des internationalen Finanzstabilitätsrats (FSB) zu einer Überhitzung der Schweizer Konjunktur führen. “Die Kombination eines Mindestkurses mit einem dauerhaften Niedrigzinsumfeld könnte exzessive Kreditvergabe zur Folge haben und zum Aufbau von Ungleichgewichten auf den inländischen Immobilien- und Hypothekenmärkten beitragen”, schrieb das Financial Stability Board in einem Bericht zur Schweiz.

Es sei “unabdingbar”, dass die Regulierungsbehörden “bei der Beobachtung der Trends wachsam bleiben”, schrieb das FSB. Der Euro-Mindestkurs zeige eine “kühne Haltung gegenüber einer Überbewertung” des Schweizer Franken.

Getrieben von Zinssätzen nahe Null und von wachsender Nachfrage von Ausländern, die im Land Beschäftigung suchen, sind die Immobilienpreise in der Schweiz gestiegen. Eine Leitzinsanhebung könnte zwar eine Blase am Immobilienmarkt verhindern, würde aber auch den Wert des Franken weiter nach oben treiben und den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken gefährden, den die SNB im September einführte, um der Deflationsgefahr zu begegnen. SNB-Vizepräsident Thomas Jordan sagte im Dezember, die Geldpolitik sei derzeit nicht in der Lage, auf etwaige Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt zu reagieren.

Lobend äusserte sich das FSB über die harten Kapitalanforderungen, die die Schweizer Regulierer den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse auferlegt haben. Dazu gehört etwa die Bestimmung, dass sie Kernkapitalreserven in Höhe von 10 Prozent ihrer risikogewichteten Vermögenswerte vorhalten müssen.

Die Schweizer Massnahmen seien “in mancher Hinsicht ehrgeiziger” als die im vergangenen Jahr auf internationaler Ebene vereinbarten Vorgaben für systemisch wichtige Banken. Das FSB empfiehlt, dafür zu sorgen, dass die beiden Schweizer Grossbanken in der Unternehmensführung “ein rigoroses Regelwerk” einführen.
Darüber hinaus solle die Schweiz überlegen, ob die staatlichen Garantien für die Verbindlichkeiten von Kantonalbanken nicht aufgehoben werden sollten. Im FSB sind Marktregulierer, Notenbanker und Finanzministerien der G-20-Länder vertreten.

(Bloomberg)


 
 

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