Wer sich erdreistete, für Öl keine Dollars zu verlangen, sondern in anderen Währungen abzurechnen, war bald einen Kopf kürzer. Als der Irak bei seinen Öllieferungen Euros akzeptieren wollte, wurde mittels gefälschten US-Geheimdienst-Erkenntnissen ein Kriegsgrund in Form nuklearer Bedrohung konstruiert. Aber auch bei Libyen war der wahre Hintergrund nicht, aus plötzlich ausgebrochener Menschenfreundlichkeit einen Diktator zu stürzen (mit Despoten haben sich die USA oder Europa immer gut zu arrangieren gewusst), sondern die Pläne Ghadafis bezüglich eines Gold-Dinars zur Bezahlung seiner Ölexporte.
Persisches Öl hat weiterhin genug Abnehmer
Nunmehr wird gegen den Iran ein Ölembargo verhängt, das sich allerdings als zahnloser Tiger erweisen wird, denn der Iran hat immer noch genügend Abnehmer in Asien und Afrika, die sich um Beschlüsse der USA und der EU nicht kümmern müssen. So weist auch Aljazeera, bei derartigen Belangen meist eine gute Informationsquelle, darauf hin ("Der Iran mag 'isoliert sein' von den USA und Westeuropa, aber von den BRIC-Ländern bis zu den Blockfreien Staaten hat er die Mehrheit des globalen Südens auf seiner Seite“ - http://www.aljazeera.com/ ). China, Indien, Japan und Südkorea zeichnen für über 60% der persischen Ölexporte. Mit persischem Öl und Gas werden 15% der chinesischen Energieversorgung in diesem Bereich abgedeckt. China wird auch von den US-Sanktionen beim Preis profitieren, da der Iran weiter auf seine Ölexporte angewiesen ist. Auch Indien ist nicht dazu bereit, auf die Energieversorgung mit persischem Öl zu verzichten. Wesentlich ist dabei folgendes: Weder der Ölhandel mit China noch Russland findet mehr über Dollars statt, sondern mittels Yuan und Rubel. Und Indien will dazu übergehen, den Iran mit Gold zu bezahlen, berichtet die israelische Agentur DEBKAfile: http://www.debka.com/ ).
Iran als Katalysator für das Ende des Petrodollars
Der Iran kann daher als Katalysator angesehen werden, der die Auflösung des Petrodollars beschleunigt. Dies kann sich die USA jedoch nicht leisten, denn die Stillung ihres Energiehungers ist die Voraussetzung, dass ihre Wirtschaft nicht zum Erliegen kommt. Da die USA jedoch seit Jahrzehnten nur dank des Reservewährungs-Privilegs des Dollars über ihre Verhältnisse leben konnten, ist dieser Vorteil mit dem Ende des Petrodollars dahin. Es wäre dann nicht mehr möglich, mit beliebig aus dem Nichts geschaffenen Dollars die Lieferanten von Realgütern mit ständig an Wert verlierenden Dollars weiter zu betrügen. Damit hätte das Leben auf Kosten der anderen letztlich ein Ende. Als Konsequenz werden die USA möglicherweise auch vor einem Krieg nicht zurückschrecken, wovor Marc Faber schon seit längerem warnt.
Die EU, die am Ölembargo gegen dem Iran teilnehmen will (oder auf „Wunsch“ der USA wohl muss), könnte sich allerdings ein Eigentor schießen. Denn die damit verbundenen höheren Energiekosten könnten den Abstieg der europäischen Krisenländer beschleunigen und das Euro-Kartenhaus noch schneller zum Einsturz bringen.
(cr)









