Die europäischen Schwellenländer werden laut Coface vom Rückgang an Nachfrage und Finanzierungsbewegungen in der Eurozone am stärksten betroffen sein. Aufgrund ihres Engagements in Schuldtiteln staatlicher Kreditnehmer der Eurozone werden sich westeuropäische Banken gezwungen sehen, die Unterstützung ihrer Tochtergesellschaften herunterzuschrauben, was sich auch auf die Vergabe von Kreditfazilitäten an Unternehmen auswirken wird. Von europäischen Banken gehaltene Vermögenswerte umfassen 70% des osteuropäischen BIP. Geschätzt wird auch, dass ein Fünftel des Wachstums in Osteuropa in den letzten zehn Jahren der dynamischen Kreditvergabe aus dem Ausland zugerechnet werden kann. Würde also der europäische Kredithahn zugedreht, so hätte das schwerwiegende Auswirkungen auf europäische Schwellenländer, die oft auch privatwirtschaftlich massive Fremdwährungsverbindlichkeiten aufweisen.
Das Wachstum offener Volkswirtschaften wird sich von 4,1% im Jahr 2011 auf 2% im Jahr 2012 halbieren. Die A2-Bewertungen der Tschechischen Republik und Sloweniens sowie auch die Bewertung A3 für die Slowakei wurden auf die negative Watchlist gesetzt. Ungarn sieht sich mit wachsendem Anlegermisstrauen konfrontiert und wurde auf B herabgestuft. Das Exposure gegenüber italienischen Risiken und die schwache wirtschaftliche Aktivität infolge eines Wechselkursschocks haben Coface dazu veranlasst, die Bewertung von Kroatien auf B herabzustufen.






