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EZB belässt Leitzins angesichts besserer Daten unverändert   Facebook be



12.01.2012
 

Nach zwei Zinssenkungen hintereinander hat die Europäische Zentralbank den Leitzins unverändert belassen. Anzeichen auf eine Atempause in der Schuldenkrise geben den Währungshütern den Spielraum dafür.
Der EZB-Rat beliess den Leitzins auf einem Rekordtief von einem Prozent. Der Euroraum befindet sich zwar am Rande einer zweiten Rezession innerhalb von drei Jahren. Jedoch haben einige Anzeichen für eine konjunkturelle Widerstandsfähigkeit den Währungshütern Spielraum gegeben, die Auswirkungen ihrer bisherigen Massnahmen, unter anderem die Bereitstellung von Liquidität in Rekordhöhe für das Bankensystem, einzuschätzen. Die Notenbank könnte jedoch bald gezwungen sein, wieder zu handeln, wenn die bevorstehenden Haushaltskürzungen und ein Mangel an Krediten sich für die Wirtschaft als zu belastend erweisen.

“Die EZB legt eine Pause ein, um zu sehen, wie ihre Massnahmen greifen und um den Druck auf die Politik aufrecht zu erhalten”, sagte Carsten Brzeski, leitender Ökonom bei ING Group in Brüssel. “Es ist unwahrscheinlich, dass die Notenbank die Zinsen rasch unter ein Prozent senkt. Aber sie dürfte pragmatisch genug sein, so zu handeln, sollte die Konjunktur einbrechen.”

In dieser Woche veröffentlichte Daten signalisieren eine Erholung bei den deutschen Exporten und dem Geschäftsklima in Frankreich, was dafür spricht, dass eine Konjunkturabschwächung begrenzt sein dürfte. Der Kursrutsch des Euro von zehn Prozent seit Ende Oktober und eine Entspannung bei den Finanzierungsbedingungen nach zwei Zinssenkungen dürften ebenfalls unterstützend wirken. Gleichzeitig kämpfen die Politiker weiter darum, das Vertrauen der Anleger in die Bondmärkte der Region wieder herzustellen. Bei der Pressekonferenz von Draghi wird “das wichtigste sein, wie die EZB die jüngsten Anzeichen einer Entspannung in gewissen Segmenten der Finanzmärkte und einer Stabilisierung von Wachstumsindikatoren einschätzt”, erklärte Marco Valli, Chef- Ökonom für den Euroraum bei UniCredit Global Research in Mailand. Die Bank of England kündigte am Donnerstag ebenfalls keine neuen Stützungsmassnahmen an. Sie hielt an ihrem Ziel von 275 Mrd. Pfund (331 Mrd. Euro) für Anleihekäufe fest und beliess den Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent, da die britische Wirtschaft gewisse Anzeichen für Robustheit zeigt. “Wir hatten einige Signale, dass sich die Dinge 2012 nicht so schlecht entwickeln dürften, wie Leute es erwartet hatten”, sagte Tobias Blattner, Ökonom bei Daiwa Capital Markets und zuvor bei der EZB tätig. “Die EZB hat diesen Abschwung, den wir sehen, berücksichtigt. Das ist ein Spiegelbild der Einschätzung, dass die Rezession nicht sehr stark sein wird.”

In Deutschland legten die Exporte im November gegenüber dem Oktober um 2,5 Prozent zu. Das Geschäftsklima stieg im Dezember überraschend den zweiten Monat in Folge. Ein in der Vorwoche veröffentlichter Bericht zeigte, dass Industrie und Dienstleistungen im Euroraum im Dezember weniger stark rückläufig waren als geschätzt. Dazu trug vor allem Deutschland bei. Auch aus Frankreich, der zweitgrössten Volkswirtschaft im Euroraum, gab es zuletzt positive Signale. Das Geschäftsklima hat sich im Dezember von einem Zwei-Jahres-Tief erholt. Die Industrieproduktion verzeichnete im November Zuwächse. Ferner haben sich die Fremdkapitalkosten verringert. Italien nahm am heutigen Donnerstag 12 Mrd. Euro über Schatzwechsel auf, was dem angepeilten Ziel entsprach. Die Emissionsrendite der einjährigen Schatzwechsel fiel auf 2,735 Prozent, verglichen mit 5,952 Prozent bei der letzten Auktion vergleichbarer Papiere am 12. Dezember. Spanien beschaffte 9,98 Mrd. Euro über 2015 und 2016 fällige Anleihen, was doppelt so viel war wie angestrebt. Die Rendite für die neue Benchmark- Anleihe, die im Juli 2015 ausläuft, lag bei 3,384 Prozent, verglichen mit 5,187 Prozent bei einer Auktion im Dezember, als Spanien Bonds mit Fälligkeit April 2015 begab.

(Bloomberg)


 
 

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