BElogs foonds
 
 Last 24h: 7 

Twitter

 
Infofolder:
Sondernummer
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 2:21, 18.5.2012

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Nur Bares ...

Der Bargeldabschaffung einen Schritt näher   Facebook be



27.12.2011
 
Schritt für Schritt zum gläsernen Menschen


Wie sich bereits am Fall von Griechenland gezeigt hat, gibt es zwar in Griechenland jede Menge an Steuervorschriften, nur hält sich einfach keiner daran. Dem hochgradig ineffizienten Beamtenstab fehlen zudem die Mittel, um die Abgabenkorrektheit zu kontrollieren, und selbst wenn ein Steuersünder ertappt wird, lässt sich das mit ein wenig Bakschisch bereinigen. Da es kein Grundbuchregister gibt, ist man inzwischen sogar dazu übergegangen, anhand der Google-Daten festzustellen, ob wer ein Swimmingpool besitzt, obwohl er offiziell kaum zum Leben genug verdient.
Diese Situation besteht in abgewandelter Form auch in anderen Staaten der ClubMed-Länder. Nun hat der neue Regierungs-Chef Monti die italienische Steuerkultur im Visier. Funktionieren soll das über eine neue Bezahlkultur. Bisher war es so, dass in Italien auch größere Beträge gerne mit Bargeld bezahlt werden. Viele Italiener haben aber nicht einmal ein Konto. Seit 4. Dezember wurden nun Bargeldtransaktionen über 1000 Euro verboten. Allerdings wird das dazu führen, dass die Preise bei derartigen Käufen deutlich höher ausfallen werden. Denn bereits jetzt müssen häufig Käufer, die die Kreditkarte zücken, mit unliebsamen Preisaufschlägen rechnen. Muss vom offiziellen Betrag ja dann immerhin vom Verkäufer die Mehrwertsteuer abgeliefert werden und auch seine Einkommenssteuer wird sich erhöhen.
Der durch Steuerhinterziehung in Italien entgangene Steuerbetrag soll 120 Mrd. Euro jährlich erreichen. Das sind immerhin über 6% der insgesamt angehäuften Staatsschulden.
Die Barzahlungsgrenze hätte ursprünglich noch tiefer als 1000 Euro liegen sollen, das konnte aber nicht durchgesetzt werden.

Ob sich nun mit so einer Vorschrift in einem Land, das fest im Griff der Mafia ist, die Bezahlkultur in großem Umfang verändern wird, kann skeptisch gesehen werden. Während Holländer und Skandinavier schon seit längerem brav Kreditkarten und Cashkarten zücken und dort sogar in etlichen Supermarktketten Barzahlungen unüblich geworden sind und es auch in den Banken immer weniger Bargeldschalter gibt, ist in Italien kaum mit einer Akzeptanz derartiger Maßnahmen zu rechnen. Auch unter den Aspekten der bürgerlichen Freiheit sind solche Maßnahmen problematisch, sind sie letztlich nichts anderes als ein nächster Schritt in Richtung Polizei- und Schnüffelstaat, der auf Knopfdruck das Verhalten seiner Bürger ausforschen kann. Bargeld ist vielen Politikern, nicht nur in Italien, schon seit langem ein Dorn im Auge. Denn erst wenn das letzte Bargeld verschwunden ist, wird eine absolute Kontrolle möglich. Von einer Abschaffung des Bargeldes wird der „normale“ Bürger am meisten betroffen, denn dass bei den wirklich großen Geschäften, die im Dunklen bleiben sollen, nicht Mittel und Wege gefunden werden, Zahlungsströme zu verschleiern, wird wohl niemand ernstlich glauben.
Auch in Österreich ist dieser Zug schon weit fortgeschritten, wie jeder feststellen wird, der auf einer Bank einen Einzahlungsschein nicht vom Konto abbuchen lassen will, sonder in bar zu zahlen verlangt. Ohne Ausweis geht meistens nichts mehr, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Geldwäsche betrieben wird, wenn wer zB seine Krankenversicherung mit einem vorgedruckten Erlagschein bezahlt, gleich Null ist. Auch in Deutschland wird im Rahmen von Geldwäschevorschriften die Obergrenze für gewisse Bar-Geschäfte auf 1000 Euro beschränkt. Goldkäufe fallen bis auf weiteres (noch) nicht darunter, hier bleibt die Grenze von 15.000 Euro (wie auch noch in Österreich). Und das sollte man nützen, solange es noch erlaubt bleibt.
Wie man jedenfalls erkennen kann, ist jeder Anlass recht, die Verwendung von Bargeld möglichst einzuschränken. Bereits vor einiger Zeit gab es auch in Frankreich den Wunsch der Politik, die 500er Scheine abzuschaffen, da sie den heimlichen Geldtransport erleichtern würden. In den USA sind 100er Scheine überhaupt seit eh und je der größte Schein (der 100.000er kam nie in Umlauf, wurde aber gedruckt), nur waren 100 Dollar im Jahr 1913 noch so viel wie heute 2000. Auch eine Methode, Bargeld immer unpraktischer zu machen.
(cr)


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

16.05.2012
Wolfgang
Matejka

Kalter Tee...
12.05.2012
Walter K.
Eichelburg

Die politische Euro-Krise
 
 
loading..

Archivsuche:


 
foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 16. Mai
 
Susanne Leiter, 16.05.2012
Wer sich gelegentlich mit der griechischen Mythologie beschäftigt, der wird vielleicht die gleiche Assoziation gehabt haben: Der neue französische Präsident Francois Hollande musste einen zweiten Anlauf unternehmen, um bei seiner ersten offizielle...
weiterlesen


Zins Express
 
Robert Gillinger, 16.05.2012
Sehr geehrte LeserInnen, Die Experten-Initiative "proMarktwirtschaft" tritt dafür ein, das heimische Pensionssystem nach schwedischem Vorbild zu 30 Prozent auf kapitalgedeckte Vorsorgen abzustützen, statt derzeit nur zu 10 Prozent. Ein schrittw...
weiterlesen


(130-Minus-und-jetzt?) Morning Espresso für Trader, 16.5.
 
16.05.2012
Guten Morgen, liebe Leser! Die US-Leitindizes präsentierten sich am Dienstag zunächst größtenteils mit einer Erholung bei Banktiteln, nachdem der Sektor zuletzt aufgrund der jüngsten Fehlspekulation bei JPMorgan deutlich unter Druck geraten war...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 15. Mai
 
Susanne Leiter, 15.05.2012
Die Nachricht schlug an den Börsen ein wie eine Bombe: Die letzte Chance auf eine Regierungsbildung in Griechenland ist gescheitert, Neuwahlen stehen an. Auch wenn das eigentlich zu erwarten war, wahrhaben wollte es offenbar niemand. So verlor bei...
weiterlesen


Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 15.05.2012
Sehr geehrte LeserInnen, diesmal gibt es wieder die neusten Ratings von Feri - erfreuen sich Ihrer rot-weiss-roten Brust, die durchaus mit Grund vor Stolz geschwollen sein kann, angesichts derart vieler ISINs, die mit einem AT beginnen. Ich fü...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 14. Mai
 
Robert Gillinger, 14.05.2012
Sehr geehrte LeserInnen, heute geht es an den Aktienmärkten wieder einmal kräftig abwärts. Natürlich gibt es auch bei solchen Entwicklungen immer auch Gewinner - und die fanden sich in den „sicheren“ Häfen der Anleihenmärkte: Die Renditen für ö...
weiterlesen


Fonds-Express
 
Robert Gillinger, 14.05.2012
Sehr geehrte LeserInnen, die neuen Ratings von Feri sind da - und schon bei Ihnen in der Mailbox. Schnell reagierten heute auch die Märkte auf die Troubles rund um Griechenland - Österreichs und Deutschlands Renditen fielen auf ein Rekordtief....
weiterlesen