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Krisenfolgen

© Bloomberg

Flucht in den US-Dollar   Facebook be



14.11.2011
 

Trotz fundamentaler Probleme der USA, wird der US-Dollar weiter gestärkt werden. Ein Grund – immer mehr Anleger verlieren das Vertrauen in andere Währungen, so die Meinung von Jack McIntyre, Portfoliomanager bei der Legg Mason-Tochter Brandywine Global Investment Management. „Auch wir sind nicht sicher, ob die USA derzeit überhaupt den politischen Willen haben, die Probleme zu lösen. Aber solange die Märkte das Risiko scheuen, profitiert der US-Dollar von der Flucht in Qualität.“ Das gelte zwar auch für den Yen, aber hier sieht McIntyre eher Japan gezwungen zu intervenieren: „Wenn Japan etwas nicht braucht, dann eine starke Währung. Bereits jetzt macht sie Geschäfte in diesem Land beinahe unerschwinglich."

Zwar könnten sich die Dinge anders entwickeln, sollten die USA weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen ergreifen und damit den Wert des US-Dollar drücken. Probleme erwartet McIntyre aus dieser Richtung jedoch nicht, da die Lockerungsmaßnahmen dieses Mal einen anderen Ansatz haben würden als zuvor.

Ob sicherheitshungrige Anleger auch in Zukunft weiter ihr Heil im Schweizer Franken suchen, hält McIntyre für fraglich, nachdem die Schweizerische Nationalbank jüngst einen Höchstkurs gegen den Euro definiert hat. "Weitere Interventionen der SNB sind nun nicht mehr auszuschließen. Daher muss der US-Dollar in angespannten Märkten praktisch zwangsläufig profitieren", meint McIntyre.

"Unsere Übergewichtung im US-Dollar ist eine taktische Position", erläutert McIntyre. Nach eigenen Angaben hält Brandywine Global derzeit eine Übergewichtung des US-Dollar. Die Kapitalanlagegesellschaft, die (per September 2011) insgesamt USD 31 Mrd.* in Anleihen verwaltet, zieht den US-Dollar anderen traditionellen Fluchtwährungen, wie etwa dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken, vor.

In jedem Fall, so McIntyre, lässt die US-Notenbank (Fed) angesichts der schwachen US-Konjunktur und der anstehenden Maßnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits Vorsicht walten. "Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es den USA so ergeht wie Japan, denn die US-Notenbank hat aus den Fehlern Japans gelernt", erläutert er.

"Wir wissen, dass die USA ihre Ausgaben kürzen und ihre Steuern erhöhen werden. Das kann irgendwann zu Deflation führen. Ich schätze die Fed wird alles tun, um nachhaltigen Deflationsdruck auf die US-Wirtschaft zu vermeiden“, sagt McIntyre. „2011 haben wir in unseren globalen Anleihenportfolios meist eine Übergewichtung in US-Staatsanleihen gehalten - mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Wertentwicklung. Da jetzt aber immer mehr dafür spricht, dass den USA eine Rezession erspart bleibt und Europa möglicherweise eine Insolvenz nach dem "Lehman"-Muster vermeiden kann, haben wir kürzlich unser Portfolioengagement in hochwertigen Anleihen reduziert." (red)


 
 

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