Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will die Verursacher der Finanzkrise zur Finanzierung der Krisenfolgen heranziehen. Beim Treffen der Finanzminister der G-20 in London am Donnerstag und Freitag will er mit seinen Kollegen besprechen, wie die Staaten zu einem "international abgestimmten, stärkeren Beitrag der Finanzmärkte zur Finanzierung der immensen Krisenlasten kommen könnten", wie es in einem AFP vorliegenden Brief Steinbrücks heisst.
Er ist an die Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer gerichtet. Vorschläge, wie der Beitrag der Finanzmärkte aussehen könnte, macht Steinbrück in dem Brief nicht.
Alle Staaten hätten in den vergangenen Monaten "grosse Belastungen" ihrer Haushalte für Finanzmarktstabilisierung und Konjunkturprogramme aufgewendet, heisst es in dem Brief weiter. Dazu habe es keine Alternative gegeben. Doch nun stehe die "breite Mehrheit" der Bürger vor enormen finanziellen Belastungen. Zugleich bestehe die Gefahr, dass den Staaten für wichtige Zukunftsausgaben nicht ausreichende Spielräume blieben. Daher sei eine "faire Verteilung der Krisenlasten" von "zentraler Bedeutung".
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy wollten am frühen Montagabend ihre Positionen für den G-20-Gipfel abstimmen. Bei ihrem Treffen im Kanzleramt in Berlin sollte es unter anderem um eine gemeinsame Initiative zur Begrenzung der Bonuszahlungen für Banker gehen. Die hohen Boni werden für die Weltwirtschafts- und Finanzkrise mitverantwortlich gemacht, weil viele Manager ihretwegen hohe Risiken eingingen.
Die G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs treffen sich an diesem Freitag und Samstag in London, um den Gipfel der Staats- und Regierungschefs in gut vier Wochen in Pittsburgh vorzubereiten. An diesem Mittwoch kommen zudem die europäischen Finanzminister in Brüssel zusammen, um eine gemeinsame Position auszuloten. (apa)






