Ist Silber das Investment des Jahrzehnts und ertragsträchtiger als Gold? Diese Meinung wird zumindest von einigen Analysten geteilt. Jim Rogers und der Fondsbetreiber Eric Sprott bevorzugen Silber, wobei Eric Sprott als Betreiber des größten physischen Silberfonds (kein ETF) hier natürlich fast dieser Meinung sein muss. Lokale Goldhändler in China und Indien erwarten zudem, dass Silberkäufe in der kommenden Hochzeitssaison um 30% gegenüber dem Vorjahr zulegen werden, was bereits durchaus spürbare Größenordnungen in Relation zur Jahresproduktion sind. Allein Indien erwartet heuer einen Silberimport von 4000 Tonnen (+30%), was einem Fünftel der Weltjahresförderung entspricht.
Allerdings sollte man auch nicht die Augen davor verschließen, dass derzeit die Silberförderung die industrielle Nachfrage übersteigt und dieser Zustand bis ca. 2016 auch anhalten sollte. Silber kann also nur steigen, wenn der ganze Überschuss von der Investmentnachfrage absorbiert wird. Wird er das wirklich? Das ist kaum vorherzusagen, aber man sollte nicht vergessen, dass 2008 Silber mit den Börsen nach unten krachte, da Investoren Silber auf den Markt warfen. Silber hat nach wie vor nicht das Standing von Gold als Währungsmetall und Krisenversicherung. Diesen Status muss sich Silber nach über einem Jahrhundert, wo es völlig in den Schatten von Gold gedrängt wurde, erst wieder zurückerobern. Auch wenn in China die Wirtschaft zu lahmen beginnen sollte, könnte die Investmentnachfrage nach Silber rasch abreißen.
Langfristig gesehen wird Silber wohl steigen müssen, denn die Vorkommen sind aus heutiger Sicht auf rund 20 Jahre beschränkt und die Silbernachfrage der Industrie sollte sich in den nächsten 10 Jahren verdoppeln. Solarzellen, E-Autos, Informationstechnologie, überall benötigt man Silber. Allerdings gilt auch hier: Unersetzbar ist Silber nur in sehr spezifischen Anwendungen. Erscheinen die Silberpreise als untragbar hoch, wird verstärkt eine Substitution auf andere Rohstoffe einsetzen.
Oder doch Gold....
Nicht alle Analysten sehen nun aber in Silber die bessere Anlage als in Gold. Goldmoney-Gründer James Turk sprach Anfang dieses Jahres von Goldpreisen in der Höhe von 8000 Dollar. Sein Optimismus hat noch zugelegt und er nennt jetzt Preise von 11.000 Dollar. Abgeleitet wird dieser „Gold Money Index (http://kingworldnews.com/ ) von ihm aus der Relation Zentralbank-Devisenreserven / Goldreserven. Zumindest was die Geschichte anbelangt, ergibt die Formel durchaus sinnvolle Werte für Gold und zeigt auch 1980, dass der faire Goldpreis weit unter dem Höchst von 850 lag, nämlich bei 300 bis 400, wohin es dann auch abstürzte und 2 Jahrzehnte verharrte. Aber 1990 lag der faire Goldpreis dann deutlich darüber und 1995 bei rund 1000. Allerdings begann die Goldhausse erst 2000 und der Preis von 1000 wurde zudem erst vor nicht langer Zeit erreicht.
Nähert man sich der Goldpreisfrage mit Inflationsüberlegungen und geht dabei nicht von den gefälschten offiziellen US-CPI-Statistiken (CPI = Consumer Price Index) aus, sondern von der Berechnung laut Shadowstats.com (dort berechnet man einfach die Inflation so weiter, wie man es 1980 machte, ohne später dazugekommene Taschenspielertricks), so kommt man seit 1980 auf Preissteigerungen vom Faktor 10 (900% oder 7,7% pro Jahr). Bezogen auf das Höchst des Jahres 1980 wäre dies nun ein Goldpreis von 8500 Dollar, bezogen auf den darauf folgenden langjährigen Mittelwert von rund 400 immerhin noch von 4000.
Platin, Palladium unter Druck
Bei Platin ist nach vielen Jahren wieder der Fall eingetreten, dass der Platinpreis unter dem von Gold liegt. Und nicht nur das, er liegt inzwischen auch deutlich unter den Förderkosten. Der tiefe Platinpreis drückt den Pessimismus bezüglich der Weltkonjunktur aus, da Platin zu rund 50% für Autokatalysatoren verwendet wird. Ähnlich gedrückt ist auch der Palladiumpreis, nicht einmal die Ankündigung der Russen, ab 2012 kein Palladium mehr ab staatlichen Lagern verkaufen zu können, brachte hier eine spekulative Nachfrage. Und das, obwohl der weltgrößte Palladiumerzeuger Norilsk Nickel noch warnte, dass damit gerechnet werden müsse, dass die Produktion von Palladium der weltweiten Nachfrage bis ins Jahr 2015 hinein nachstehen werde (http://www.goldmoney.com/ ). Dieser Pessimismus könnte nun allerdings durchaus auch bei Silber schlagend werden, wie wir bereits oben erwähnten. Was Palladium und Platin anlangt, sollte man beide Metalle durchaus im Auge behalten. Sollten sie weiter korrigieren, könnten sie bei einer Belebung der Weltwirtschaft wieder zu Topperformern werden. Mehrwertsteuerfrei kann in beide Metalle via Schweizer ETFs (zB ZKB) investiert werden, womit sich dann allerdings die Vermögenszuwachssteuer/ Abgeltungsteuer einhandelt. Werden die Metalle physisch in der Schweiz erworben und gelagert, liegt die in diesem Falle schlagend werdende MWST bei nur 8%.
Rhodium - Kursdesaster
Noch schlimmer sieht es im übrigen mit dem Platinmetall Rhodium aus. Dieses stürzte von 10000 USD (damit war das wohl teuerste aller Edelmetalle) im Jahre 2008 auf 1000 ab und ist mit aktuell 1600 immer noch weit von den guten Zeiten entfernt, die es mal erlebte. Der Kauf ist leider immer noch mühsam, außer Rhodium-Sponge (ein Pulver) in versiegelten Behältern und wenige Zertifikate, die natürlich ziemlich beim Höchstkurs emittiert wurden, gibt es keine Möglichkeiten. Warum man keine Barren macht: „Aufgrund des hohen Schmelzpunktes wäre es energie- und kostenseitig unsinnig, aus Rhodium Barren herzustellen“, meint http://www.edelmetall-handel.de/ .






