Chinas I: Industrie schrumpft den dritten Monat in Folge
Die chinesische Industrie bekommt weiter die Abkühlung der Wirtschaft weltweit zu spüren. Im September schrumpften die Geschäfte des Sektors den dritten Monat in Folge, wie am Freitag aus dem Einkaufsmanagerindex der Grossbank HSBC hervorging. Das Barometer verharrte auf dem August-Stand von 49,9 Punkten und verfehlte damit erneut knapp die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Werte unter 50 deuten in der Regel auf eine schrumpfende Wirtschaft hin.
Die Zahlen geben der Befürchtung neue Nahrung, dass sich auch Chinas Wirtschaft abschwächen und dem Abwärtstrend in Europa und den USA weniger als bisher entgegensetzen könnte. Die Volksrepublik war in den vergangen Jahren Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft.
China II
Grössere Importe lassen Chinas Handelsüberschuss schmelzen
Chinas Handelsüberschuss ist in der ersten Jahreshälfte um fast ein Drittel auf 87,8 Mrd. Dollar (64,5 Mrd. Euro) gesunken. Die Quote beläuft sich nunmehr auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im ersten Quartal waren es noch 3,5 Prozent.
Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch umfangreichere Importe in die zweitgrösste Volkswirtschaft. China steht seit längerem in der Kritik vor allem der USA, mit einem niedrigen Kurs der Landeswährung Yuan die eigenen Exporte zu stützen und so das Ungleichgewicht im Welthandel zu verschärfen.
China hält weltweit die grössten ausländischen Währungsreserven. Im Juni waren es 3,2 Billionen Dollar. Diese Vorräte verringerten sich im zweiten Quartal um 9,8 Mrd. Dollar, wie aus Reuters-Berechnungen auf Basis von Zahlen der chinesischen Aufsichtsbehörden und der Zentralbank hervorgeht. Hintergrund sind Währungsschwankungen und Wertberichtigungen, die die Reserven schon in den ersten drei Monaten um 59,4 Mrd. Dollar zusammenschmelzen liessen.
Deutscher Einzelhandel beklagt stärksten Umsatzeinbruch seit 4 Jahren
Die deutschen Einzelhändler haben im August den stärksten Umsatzeinbruch seit mehr als vier Jahren erlitten. Sie nahmen 3,0 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. "Einen grösseren Rückgang gab es zuletzt im Mai 2007", sagte ein Statistiker zu Reuters. Im Juli war der Umsatz stabil geblieben, nachdem es im Juni ein Plus von 3,9 Prozent gegeben hatte. Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 2,9 Prozent ebenfalls sehr kräftig aus. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet.
Von Jänner bis August hatten die Einzelhändler 2,7 Prozent mehr in den Kassen als ein Jahr zuvor. Real blieb ein Plus von 1,2 Prozent übrig. Die GfK-Konsumforscher erwarten in diesem Jahr einen Anstieg der privaten Konsumausgaben von 1,5 Prozent. Das wäre das grösste Plus seit zehn Jahren. Dafür sprechen steigende Löhne und die sinkende Arbeitslosigkeit, die im September auf ein 20-Jahres-Tief gefallen ist.
Finnlands Wirtschaft erholt sich langsamer als erwartet
Die stark exportabhängige finnische Wirtschaft wird heuer schwächer wachsen als erwartet und für die nächsten Jahre rechnen die Volkswirte mit einer weiteren Abschwächung. "Was uns für die weitere Zukunft Sorgen macht, ist vor allem der Rückgang der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter", sagte der Chef-Volkswirt der finnischen Nationalbank, Anssi Rantala, am Donnerstag vor österreichischen Journalisten in Helsinki.
Ihre nächste Konjunkturprognose wird die finnische Notenbank erst im Dezember präsentieren, aber eines könne er jetzt schon verraten, so Rantala: "Es wird eine Revision nach unten geben." Bisher war man für heuer von einem BIP-Plus in Höhe von 3,8 Prozent ausgegangen und hatte für das kommende Jahr eine Abschwächung auf 2,6 Prozent erwartet und für 2013 weiter auf 2,4 Prozent. Nun gehe die Regierung in Helsinki bei der Budgeterstellung für 2012 von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um lediglich 1,8 Prozent aus, berichtete Rantala. Ob die finnische Wirtschaft 2012 wieder das Niveau vor der Krise erreichen wird, sei unsicher geworden.
Japans Industrieproduktion weiter gestiegen
Japans Industrieproduktion ist im August im fünften Monat in Folge gestiegen. Wie die Regierung am Freitag bekanntgab, erhöhte sich der Ausstoss im Vergleich zum vorangegangenen Monat um 0,8 Prozent. Damit habe sich die Produktionsleistung des Landes von den Folgen der Natur- und Atomkatastrophe vom 11. März "fast erholt". Allerdings sind die weiteren Aussichten durch die andauernde Stärke des Yen und der schwächelnden Weltwirtschaft eingetrübt, hiess es.
Japans Produktion war nach Beginn der Katastrophe im Nordosten des Landes massiv eingebrochen. Die Folge waren Zulieferengpässe, die vor allem Autokonzerne und Hochtechnologiekonzerne zu spüren bekamen. Die Industrie erwarte einen für September einen Produktionsrückgang um 2,5 Prozent, gefolgt von einem Anstieg um 3,8 Prozent, hiess es.
(APA/Reuters/dpa)






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