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Chinesen kaufen eifrig Treasuries   Facebook be



19.08.2009
 
Im laufenden Jahr haben die Chinesen den Anteil an US- Treasuries um 6,7 Prozent aufgestockt

Erstmals seit Beginn der Finanzkrise ist die amerikanische Regierung nicht mehr von kurzfristigen Schuldtiteln abhängig. Denn ausländische Investoren - allen voran China - kaufen US-Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten. Bei der 75 Mrd. Dollar (53,1 Mrd. Euro) Auktion von US- Bonds in der Vorwoche ersteigerten internationale Investoren einen rekordhohen Anteil an dreijährigen Anleihen, sicherten sich den grössten Anteil an Titeln mit fünfjähriger Laufzeit seit 2005 und erwarben knapp die Hälfte der Langläufer mit Fälligkeit in 30 Jahren, wie aus Daten des amerikanischen Finanzministeriums hervorgeht.

“Treasuries mit langer Laufzeit sind eine fantastische Anlage. Ich bin voll und ganz der Überzeugung, dass die Kurse der Langläufer anziehen werden. Die Inflation ist unter Kontrolle, und die Notenbank hat klar signalisiert, dass sie weiterhin mit niedriger Inflation rechnet”, sagt Stuart Thomson, Fondsmanager für festverzinsliche Wertpapiere bei Ignis Asset Management in Glasgow. Während ausländische Investoren, darunter China, Pläne verfolgen, ihre internationalen Reserven mit Einlagen beim Internationalen Währungsfonds zu diversifizieren, belegen Daten der amerikanischen Regierung, dass der Anteil an US-Wertpapieren in ihren Depots zunimmt. Grösster ausländischer Gläubiger der amerikanischen Regierung ist China. Die bevölkerungsreichste Nation der Welt hat insgesamt US-Staatsanleihen im Umfang von 776,4 Mrd. Dollar erworben.

Im laufenden Jahr haben die Chinesen den Anteil an US- Treasuries um 6,7 Prozent aufgestockt, nach einem Zuwachs von 52 Prozent im Vorjahr. China hat im Zeitraum von Januar bis Juni US-Langläufer mit einer Laufzeit von zehn und mehr Jahren im Wert von 55,5 Mrd. Dollar erworben, ein Anstieg um 9,9 Prozent. Damit halten die Chinesen insgesamt 617,7 Mrd. Dollar in Papieren dieser Kategorie. Der Anteil kurzfristiger Schatztitel mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr sank dagegen in diesem Zeitraum im Portfolio der Chinesen um 3,9 Prozent auf 158,7 Mrd. Dollar.

“Ich bin definitiv der Ansicht, dass China auf Titel mit längerer Laufzeit setzt”, sagt Carl Lantz, Zinsstratege in New York bei Credit Suisse Securities USA LLC. Die Tochtergesellschaft der Schweizer Credit Suisse Group AG ist einer der 18 Primärhändler mit der US-Notenbank. Zur Begründung verweist Lantz auf den relativen Mehrwert, den Langläufer generieren, aber auch eine Zunahme des Vertrauens in die Fed, das amerikanische Finanzministerium und den Greenback dürften dazu beitragen, so der Stratege.

Nicht nur Chinesen kaufen amerikanische Bonds. Nach Angaben der Regierung ist der Anteil ausländischer Besitzer von US- Staatsschulden im Zeitraum seit Jahresanfang bis Ende Juni um 9,9 Prozent auf 3,38 Billionen Dollar gestiegen. Und das obwohl, gleichzeitig die Renditen kletterten und, wie Indizes der Bank Merrill Lynch & Co. belegen, Treasuries im ersten Halbjahr 2009 einen rekordhohen Verlust von 4,5 Prozent auswiesen.

Es ist die Mischung aus Wachstum und Zinsen nahe am Rekordtief, die Bondinvestoren lockt. “Wir mögen Treasuries mit langer Laufzeit”, sagt Richard Batty, globaler Anlagestratege bei Standard Life Investments in Edinburgh. “Wir haben sie übergewichtet und sehen keinen Grund für eine Änderung. Die Inflation in den USA lässt nach, und das macht diese Anlageklasse attraktiv”, fasst Batty seine Einschätzung zusammen.

Dazu tragen die jüngsten Wirtschaftsdaten und Signale der Fed-Verantwortlichen bei. Wie am 1. August veröffentlichte Daten des US-Handelsministeriums zeigen, schrumpfte die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal um ein Prozent - weniger als erwartet. Im Vorjahr belief sich die Schrumpfung der US- Wirtschaft auf 3,9 Prozent - der grösste Einbruch seit den 1930er Jahren. In ihrer Lagebeurteilung vom 12. August wiederholte die US-Notenbank ihre Entschlossenheit, die Zinsen für eine “längere Periode” nahe am Rekordtief zu halten und das, obwohl nach Fed- Aussage der Wirtschaftsabschwung “ausklingt”. (Bloomberg)


 
 

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