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Eurokrise

Euro in der Krise: Ist Italien als nächstes dran?   Facebook be



09.07.2011
 
Rendite der italienischen Staatsanleihen fast auf Spanien-Niveau – Crash in Mailand

Die Risikoprämien sollten die Alarmglocken schrillen lassen. Im Wochenausklang stiegen die italienischen Renditen im Vergleich zu den deutschen Bundesanleihen von 224 auf 247 Basispunkte (2,47%P). Dies bezeichnet nicht nur den Höchststand seit der Euroeinführung, sondern liegt bereits ganz nahe an den spanischen Werten, die bei 270 Basispunkten liegen. Dazu brach noch am Freitag die Mailänder Börse um 4% ein, angeführt von den Finanztiteln. So verlor etwa Bank Austria-Mutter Unicredit fast 8%. Bis jetzt steht kein glaubwürdiges Sparprogramm und es ist kein Zufall, dass der Großteil der Sparbemühungen erst nach dem Regierungswechsel, also 2013 und 2014, stattfinden sollen. Das angekündigte Sparpaket ist zudem inzwischen schon von den ursprünglichen 47 Milliarden auf 40 zusammengeschrumpft und selbst davon sind erst 25 Mrd. konkret. Die italienische Regierung hat indessen nichts Besseres zu tun, wie ihre europäischen Kollegen für die Probleme die Ratingagenturen verantwortlich zu machen, die bereits eine Herabstufung Italiens angedroht haben (S&P und Moody’s). Eine EU-Rating-Agentur käme Brüssel zum vordergründigen Übertünchen von Problemen natürlich sehr gelegen.
Italien hat mit seinen 120% die höchsten Staatsschulden nach Griechenland und kann im Falle, dass die Probleme sich weiter verschärfen, nicht mehr gerettet werden; die Kosten würde alle bisherigen Schranken sprengen. Eine Italienkrise hieße das Aus für den Euro in der jetzigen Form.
Auch Italien leidet seit Jahren an einer stagnierenden Wirtschaft und unverändert viel zu hohen Staatsquote. Die Zinsen belaufen sich bereits auf 5% des BIP.

Zypern im Soge Griechenlands

Weitgehend im Stillen bahnt sich zudem an der Euro-Peripherie das nächste Drama an, das allerdings von seinen Dimensionen überschaubar ist. Zypern, dessen Bonität bereits mehrmals abgestuft wurde, kommt immer mehr in den Griechenland-Sog. Bereits im März wurde von S&P die Bonität auf A- reduziert, und das soll noch nicht das Ende sein, weitere Downgradings stehen bevor bzw. wurden angedroht. Die drei zypriotischen Großbanken haben zwar nur Griechenland-Anleihen im Ausmaß von 5 Mrd. Euro, aber jede Menge Kredite an griechische Privatkunden vergeben. Stattliche 40% des Kreditportefeuilles sollen einen Griechenlandbezug aufweisen, was in etwa 25 Mrd. oder knapp 140% des BIP entsprechen soll. Damit wäre auch nur ein Teilausfall dieser Kredite schwer zu verkraften. Dazu kommt noch, dass auch der Staat Defizite einfährt und allein in den beiden letzten Jahren die Staatsschulden um 12% auf 60,8% zunahmen. Zu Sparmaßnahmen fehlt es am politischen Willen, obwohl inzwischen die Renditen der Zypern-Anleihen bereits auf über 8% stiegen. Es gibt bereits Gerüchte, dass Zypern den Rettungsschirm in Anspruch nehmen müssen wird.

(cr)


 
 

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