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Banken

Deutsche Bank hilft Sal. Oppenheim aus der Klemme   Facebook be



11.08.2009
 
Bankenriese springt mit 300 Mio. Euro ein und rettet Privatbankiers vorerst

Die Deutsche Bank springt der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim helfend bei. Der deutsche Branchenprimus gibt den Familiengesellschaftern einen Kredit über 300 Millionen Euro, damit diese das Eigenkapital aufpolstern können. Das sei "ein erster Schritt der laufenden, sehr konstruktiven Gespräche beider Häuser über eine Kapitalbeteiligung der Deutschen Bank an Sal. Oppenheim", teilten die Luxemburger am Dienstag mit. Weiter wollten die Institute den Schritt vorerst nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank und Sal. Oppenheim hatten jüngst eine "strategische Partnerschaft" bekanntgegeben. In diesem Rahmen will sich der heimische Branchenprimus vorerst mit einem Minderheitsanteil bei der Privatbank einkaufen. Die in Finanzkreisen gehandelte Spanne liegt zwischen 30 und 50 Prozent. Später, so heißt es, sei auch die mehrheitliche oder sogar komplette Übernahme denkbar. Analysten sehen den Wert auf Höhe des Eigenkapitals, das nach der Aufstockung bei 2,1 Milliarden Euro liegt.

Derzeit läuft die Buchprüfung für den Einstieg, mit einem Abschluss ist erst in ein paar Wochen zu rechnen. "Ich fürchte, dass Sal. Oppenheim so dringend Geld gebraucht hat, dass man auf das Ende der Buchprüfung nicht warten konnte", sagte Merck-Finck-Analyst Konrad Becker in einer ersten Reaktion. Bei einem direkten Einstieg müsste die Deutsche Bank auch die Risiken von Sal. Oppenheim mittragen, so liegt ihr maximaler Verlust bei der Kreditsumme. Über Sicherheiten schwiegen sich die beiden Seiten aus.

Fehlspekulationen und die Belastungen durch die Finanzkrise hatten die Gesellschafter von Sal. Oppenheim - die Familien Oppenheim und Ullmann - zur Öffnung der 220 Jahre alten Traditionsbank veranlasst. Laut "Handelsblatt" hätte ohne diesen Schritt eine Rating-Herabstufung durch die Agentur Fitch um satte vier Stufen gedroht. Dadurch hätte sich die Refinanzierung erheblich verteuert.

Das vergangene Jahr war das erste seit über 60 Jahren, in dem die Privatbank mit Kölner Wurzeln rote Zahlen schrieb. Spekulationen zufolge hat die Politik die glänzend dastehende Deutsche Bank dazu gedrängt, Sal. Oppenheim unter die Arme zu greifen. Neben den Kapitalmarktrisiken sowie dem Einbruch des Geschäfts mit Zertifikaten musste die Privatbank erhebliche Verluste aus den Beteiligungen an dem inzwischen insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor sowie dem Immobilienunternehmen IVG verkraften.

Die hinter Sal. Oppenheim stehende Familie hatte bereits zum Jahreswechsel 200 Millionen Euro in die Bank gepumpt. Auch der Verkauf der erst vor wenigen Jahren übernommenen BHF Bank war angedacht, scheiterte aber daran, dass die Gebote zu niedrig waren. Sal. Oppenheim ist vor allem für seine Vermögensverwaltung bekannt, die viele prominente Kunden hat. Zweites Standbein ist das Investmentbanking. Mit dem Erwerb der BHF war das Haus zur größten Privatbank Europas aufgestiegen.


 
 

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