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Steuerbelastung

Tax Freedom Day drei Tage später als 2010   Facebook be



06.06.2011
 

Ab dem Tax Freedom Day arbeitet der durchschnittliche Steuerzahler theoretisch nicht mehr für den Staat, sondern nur noch für sich selbst. Der heimische Steuerzahler ist hier – unabhängig von der Berechnungsmethode – im internationalen Vergleich auf einer schlechten Position. Das ergeben unabhängige Berechnungen des Austrian Economics Center und von PwC Österreich. Um als Wirtschaftsstandort attraktiv zu bleiben, muss Österreich hier rasch Verbesserungen umsetzen, so das AEC. PwC schlägt dazu konkrete Maßnahmen vor: neben einer Entlastung des Faktors Arbeit könnte auch eine Vereinfachung des Steuersystems dazu beitragen, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes langfristig zu sichern. Das Austrian Economic Center (AEC) rät die Verwaltungsreform in Angriff zu nehmen und die Steuerlast für Unternehmen genauso wie die Lohnnebenkosten für Arbeitnehmer zu senken.

Die historische Entwicklung des Steuerzahlertags zeigt, dass sich der Tax Freedom Day in Österreich seit 1976 (damals noch 23. Juni), weiter nach hinten verschoben hat. Seinen Höchststand erreichte er 2001, als der Durchschnittsösterreicher bis zum 22. August arbeiten musste, um seinen Steuer- und Abgabensold zu erfüllen. Barbara Kolm, Präsidentin des Austrian Economics Centers, befürchtet, dass auch die steigende Staatsverschuldung und die damit einhergehende Belastung für zukünftige Generationen eine starke Auswirkung auf den Steuerzahlertag haben wird. Auch die Zahlungen und Haftungen für die stark verschuldeten EU-Mitgliedsstaaten tragen das ihre dazu bei, dass die Steuerlast steigen wird. Nach den Berechnungen des Austrian Economics Center (Verhältnis Steuern und Abgaben zu Volkseinkommen) wird dieser Tag 2011 am 31. Juli eintreten - 3 Tage später als im vergangenen Jahr. Nach den Berechnungen von PwC (Verhältnis Steuern und Abgaben zu Bruttoinlandsprodukt) arbeiten die heimischen Steuerzahler seit 2. Juni nicht mehr für den Staat, sondern nur noch für sich selbst. Unabhängig von der Berechnungsmethode liegt Österreich im internationalen Vergleich auf einer schlechten Position.

Das Austrian Economics Center sieht die politisch Verantwortlichen gefordert. „Wir fordern endlich die Verwaltungsreform in Angriff zu nehmen. Angesichts der Bilder von streikenden Menschen aus der öffentlichen Verwaltung in Griechenland, welche die Einsparungsmaßnahmen zur Sanierung des Haushaltsbudgets besonders hart trifft, ist es hoch an der Zeit, unser Verwaltungssystem zu durchforsten und dem Vorschlägen des Rechnungshofes nachkommen. Die horrenden Kosten und Parallelitäten im Gesundheits- und Bildungsbereich müssen gesenkt und abgeschafft werden. Wenn wir nicht die Bilder von Griechenland bei uns haben wollen, sollten wir die Signale verstehen und handeln“, sagt Kolm. Und: „Mit massiven Einsparungen bei der ÖBB könnte sich Österreich adhoc 10 Tage gutschreiben!“

Alle bisher getroffenen Maßnahmen des im März 2011 von der EU beschlossenen Stabilitäts- und Wachstumspakts spalten Europa und leisten dem Europa der zwei Geschwindigkeiten Vorschub. „Anstatt den freien Markt entscheiden zu lassen, kosten diese Mechanismen den Europäischen Steuerzahler (und damit auch dem österreichischen Steuerzahler) nur noch mehr Geld, das verpufft, ihre Wirkung verfehlt und unterstützt die wirtschaftliche Spirale des Schuldenaufbaus nach oben“, meint Kolm. „Ausgleichzahlungen an Griechenland, Portugal, Irland und bald auch vielleicht an Spanien bringen Europa durch die Anhäufung des Schuldenberges mehr Nachteile, als die vorgegebene Rettung der Staaten.“ Und weiter: "In sämtlichen diesbezüglichen Studien wird Österreich von Jahr zu Jahr schlechter. Das liegt aber auch daran, dass die Nachbarländer im Osten enorm aufholen.“ (Bezug nehmend z. B. auf die Studie „Easy of Doing Business“ – Weltbank, Mai 2011)

Friedrich Rödler
, Senior Partner bei PwC Österreich (zu „Belastung auf Arbeitseinkommen“): „Das mir hier vorliegende Handbuch der Lohnverrechnung hat etwa 1.300 Seiten. Dies ist freilich keine Experten-Lekture. Die vorhergehende Ausgabe hat aber ca. „nur“ 900 Seiten. Hier wird von Unternehmen über Gebühr an Leistung verlangt. Im Schnitt macht die Lohnverrechnung pro Mitarbeiter im Monat EUR 10,- aus, die man sicher sinnvoller einsetzen könnte.“

Und weiter: „Natürlich wollen wir bei PwC den Wirtschaftsstandort Österreich möglichst gut „verkaufen“ – um Investoren in unser Land zu ziehen. Dies funktioniert aber nur dann, wenn unser Steuersystem im internationalen Vergleich Bestand hält. Der Staat nimmt jedoch definitiv zuviel an Wirtschaftsleistung für sich in Anspruch.“


 
 

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