Der Bullenmarkt an den internationalen Aktienbörsen wird nach Ansicht von Mark Mobius auch ein Ende der Bondkäufe der US-Notenbank überstehen. Der Fondsmanager von Templeton Asset Management begründet diese Erwartung mit dem steigenden Konsum in den USA und anziehenden Investments in den Emerging Markets.
Mobius verweist dabei auf den Umstand, dass Anleger inzwischen Gelder von US-Staatsanleihen in die globalen Märkte umschichteten. Am Mittwoch erneuerte die Federal Reserve ihre Zusage, den Leitzins zur Stützung der Konjunktur nahe null zu belassen. Die Wall Street ging danach freundlich aus dem Handel. Globale Börsenindizes nähern sich den höchsten Ständen seit drei Jahren. Der Offenmarktausschuss hat sich darauf verständigt, die 600 Mrd. Dollar schweren Käufe von US-Staatsanleihen im Juni zu beenden. Eine weitere Runde von Bondkäufen sei nicht notwendig, um die Rally zu stützen, sagte Mobius. Im zweiten Halbjahr sei nicht mit einem Konjunktureinbruch zu rechnen. “Wir befinden uns noch immer in einem Bullenmarkt und er wird fortbestehen”, sagte Mobius. Der 74-jährige verantwortet als Executive Chairman des Emerging-Market-Bereichs von Templeton Investments im Gesamtvolumen von mehr als 50 Mrd. Dollar. “Zwischendurch wird es immer wieder Korrekturen geben, doch sie werden zeitlich sehr begrenzt sein. In Europa und Amerika sind die Verbraucher zurück. Sie geben nicht wie verrückt Geld aus, doch sie geben Geld aus.”
Fed-Chairman Ben S. Bernanke erklärte am Mittwoch, die Zentralbank werde ihre Bilanz nach Abschluss des Bond- Kaufprogramms zunächst konstant halten. Weitere Bondkäufe der US-Notenbank würden Instabilität beim Dollar verursachen, der die Märkte belasten würde, sagte Mobius. Damit wäre “global mit einem grossen Mass an Unsicherheit” zu rechnen. “Eine Menge” der Mittel aus den früheren Bondkäufen der Fed werde noch immer von Banken gehalten, erklärte Mobius. Im Zuge der Konjunkturerholung würden diese mit wieder sanierten Bilanzen ihre Kreditvergabe ausweiten. Von Afrika bis Russland zeichne sich Wachstumsdynamik ab. In ein bis zwei Jahren sei auch in Osteuropa mit Impulsen zu rechnen. “Wenn man allein Russland betrachtet und den afrikanischen Kontinent, diese Gebiete sind kaum auf Mineralvorkommen untersucht worden”, sagte Mobius. “Es braucht eine unglaubliche Menge Infrastruktur, nicht nur für Bergwerke in diesen Ländern sondern auch für die wachsende Bevölkerung.” Die Entscheidung von Standard & Poor’s vom 18. April, den Ausblick für die Spitzenbonitätsnote “AAA” der USA von “stabil” auf “negativ” zu senken und das Risiko von Finanzkrisen in bestimmten Industrieländern, habe das Verhalten der Investoren verändert. Dies begünstige Emerging Markets, so Mobius. Der Dollar-Index habe trotz des Erdbebens in Japan und der Unruhen im Nahen Osten nachgegeben, merkte er an. Während der globalen Finanzkrise hätten die Anleger die US-Währung dagegen noch als sicheren Hafen genutzt. “Dies bedeutet, dass die Anleger aus US-Treasuries in die globalen Märkte umschichten”, führte er aus. “Das ist eine grosse Veränderung, von denen die Emerging Markets generell profitieren.” Die globalen Märkte stellten sich schrittweise auf den Tag ein, an dem der Dollar nicht mehr die globale Reservewährung sein wird, so Mobius. “Weitere Instabilität im Zuge eines grossen QE3-Ereignisses wäre nicht gut.” Die besten Orte, um vom globalen Bullenmarkt zu profitieren, seien Brasilien, Russland, Indien und China. In Pioniermärkten wie Afrika, Vietnam, Bangladesch und Pakistan gebe es “eine Menge Chancen”.
(Bloomberg)






