Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton Investments ist davon überzeugt, dass sich die Weltordnung der globalen Währungen bald sehr stark von der Situation in der letzten Dekade unterscheiden werde. "Der US-Dollar wird wohl sein Monopol als Reservewährung verlieren und seine bisherige Rolle mit dem Euro und asiatischen Währungen teilen müssen", so Michael Hasenstab, Co-Direktor und Portfolio-Manager der Franklin Templeton Fixed Income Group.
"Es gibt direkt keine asiatische Währung, die diese Rolle übernehmen könnte, aber der Yuan gewinnt klar an Bedeutung, und die stark mit dem Yuan korrelierenden Währungen dürften ihm wohl folgen", glaubt Hasenstab.
Bevor eine Währung zu einer Reservewährung werden kann, muss sie einige wichtige Bedingungen erfüllen. Erstens die Grösse. Die Volkswirtschaft dieser Währung muss enorm sein, sie muss wichtig sein und ihr Welthandel muss signifikant sein. China erfüllt diese Forderung eindeutig. Die Volkswirtschaft muss sich auf stabile Preise verlassen können. Die Ereignisse der Jahre 2008 / 2009 sind bereits die zweite globale Krise, die China erlebt hat - die erste war die Asienkrise von 1997. In diesen beiden Zeiträumen konnte China nicht nur ein Wirtschaftswachstum bewahren, sondern auch eine stabile Währung.
Die letzte Voraussetzung für eine potenzielle Reservewährung ist, dass das Land über beträchtliche Vermögenswerte verfügen muss, die in dieser Währung denominiert sind - und hier muss China klar passen. "Aber ich meine, dies ist eher ein technischer Faktor, der in relativ kurzer Zeit ziemlich einfach bereinigt werden kann", so Hasenstab.
Es gibt bereits Swap-Linien in Yuan mit einem Volumen von beinahe 80 Mrd. US-Dollar. Zudem werden Rechnungen in Asien nun etwas häufiger in Yuan ausgestellt. Auch nehmen die in Yuan denominierten Vermögenswerte wie z. B. Panda Bonds zu, die von nicht-chinesischen Emittenten wie der Asiatischen Entwicklungsbank verkauft werden. China strebt klar nach einer neuen Rolle in der Weltwirtschaft und in globalen Einrichtungen. Es versucht auch, die starke Abhängigkeit seines Wirtschaftswachstums von den US-Konsumenten zu überwinden.
Hasenstab erzählt weiter: "Auf einem kürzlichen Besuch in Asien spielte in den von uns besuchten Ländern die zunehmende Ausrichtung der Entscheidungsträger auf das vom Inland generierte Wachstum eine Hauptrolle. Wenn man also versucht, ein im Inland generiertes Wachstum zu fördern, um den Wohlstand des inländischen Konsumenten zu steigern, ist eine unterbewertete Währung nicht hilfreich - ein stärkerer Wechselkurs entspricht eher einem im Inland generierten Wachstum. Wir sind davon überzeugt, dass die Entscheidungsträger die Politik in diese Richtung lenken wollen und dass dies zu stärkeren Wechselkursen führen würde."






