Auf die extrem lange Sicht der vergangenen 111 Jahre, seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, hat sich der Aktienmarkt in Australien als der profitabelste erwiesen. Der hohe Rohstoffanteil wird nunmehr zunehmend eingepreist, so dass der Renditevorteil von Australien im Vergleich zu anderen Aktienmärkten schwindet. Die Grafik bildet die Renditen der Aktienmärkte rund um den Globus zwischen 1900 und 2010 ab, analysiert von der London Business School und nun von der Credit Suisse Group vorgelegt.
Bei der jährlichen, um die Inflationsrate bereinigten Aktienrendite kommt Australien mit 7,4 Prozent auf den weltweit ersten Rang. Laut dem Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2011 hat Australien damit bei den Aktienrenditen die USA mit 6,3 Prozent geschlagen, Grossbritannien kam auf 5,3 Prozent, Japan auf 3,8 und Deutschland auf 3,1 Prozent. Die Welt unter Herausrechnung der USA kam demnach auf fünf Prozent und ein aus 13 europäischen Länderbörsen errechneter Index erreichte einen Wert von 4,8 Prozent.
Der Wohlstand Australiens im vergangenen Jahrhundert lässt sich mit dem Reichtum des Kontinents an exportstarken Rohstoffen wie Kokskohle zur Stahlverhüttung, Eisenerz, Edelmetallen, Erdgas und auch Agrarrohstoffen erklären. Auch weiterhin wird der Bedarf aus Asien für diese Rohstoffe ein steigendes Wachstum sichern. Laut Berechnungen der australischen Notenbank hatte das Einkommen der Australier aus dem Export wegen der hohen Nachfrage aus Indien und China zuletzt den höchsten Stand seit 60 Jahren erreicht. “Die weltweite Nachfrage für Rohstoffe wird für das Wirtschaftswachstum in Australien bedeutsam bleiben”, sagte der emeritierte Finanzprofessor Paul Marsh von der London Business School. Er ist einer der drei Autoren der Studie. “Unter den Investoren wird das anerkannt und wird in die aktuelle Kursbewertung zunehmend einbezogen”, sagte er, “wir rechnen daher mit einer Entwicklung am australischen Aktienmarkt, die sich zunehmend am globalen Durchschnitt orientiert”. Die Studie basiert auf Daten aus 19 Ländern, die im Jahre 1900 89 Prozent des weltweiten Aktienhandels abdeckten und zum Jahresende 2010 noch 83 Prozent der gemessenen Marktkapitalisierung erreichten. Für die Studie wurden jeweils die marktbreitesten Indizes in jedem einzelnen Jahr verwandt.
(Bloomberg)






