EZB-Ratsmitglied Christian Noyer will sich trotz Inflationssorgen nicht auf eine Zinserhöhung festlegen. Zweitrundeneffekte infolge steigender Öl- und Rohstoffpreise könnten die Inflationserwartungen anheizen, sagte Noyer dem "Handelsblatt laut Vorabmeldung. "Wir wollen zeigen, dass wir es ernst nehmen." Ob die Europäische Zentralbank den Leitzins im April überhaupt anheben wird, liess Noyer offen. "Wir werden wie immer alle neuen Informationen berücksichtigen, und das wird Teil unserer globalen Einschätzung sein", sagte er.
Vehement verteidigte Noyer ausserdem die Unabhängigkeit der EZB. Es stimme nicht, dass sie in der Krise vor der Politik eingeknickt sei - weder bei ihren Zinsentscheidungen noch beim Einsatz ihrer unkonventionellen Liquiditätsmassnahmen. Das betreffe auch den Ankauf von Staatsanleihen. Das Programm sei unverzichtbar gewesen. Noyer verteidigte zudem die Stresstests, die die neue europäische Bankenaufsicht EBA gerade für die europäischen Banken auf den Weg bringt. Seines Erachtens sollten aber unterschiedliche Kapitalquoten für unterschiedliche Länder nicht erlaubt sein. Die EBA werde aber alles tun, um zu einer Harmonisierung zu kommen. Der Gouverneur der französischen Zentralbank lobte darüber hinaus die Effizienz des Krisenmanagements der japanischen Notenbank nach dem Jahrhundertbeben. "Die Überweisungen und Abrechnungen von Finanztransaktionen wurden am Freitag ohne Störungen abgeschlossen. Und die Zentralbank gab die in der Situation einzig richtige Antwort: Sie hat den Banken 15 Billionen Yen zugeführt", fügte Noyer hinzu.
(APA/Reuters)






