Der renommierte Ökonom Nouriel Roubini zeigt sich nach seinen jüngsten optimistischen Äusserungen wieder skeptischer hinsichtlich der Konjunkturentwicklung. Ende 2010 oder im Jahr 2011 dürfte die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession fallen, schrieb Roubini in einer Analyse. Haushaltsdefizite, steigende Anleiherenditen, “kletternde” Ölpreise, schwache Unternehmensgewinne und ein stagnierender Arbeitsmarkt könnten sich zu einem schweren Sturm für die Volkswirtschaft entwickeln und “die sich gerade erholende Weltwirtschaft in eine erneute Rezession drücken”, einen so genannten ‘Double Dip’, so Roubini. “Das wird noch wesentlich wahrscheinlicher, wenn nicht eine klare Strategie für die Beendigung der massiven geld- und fiskalpolitischen Stützungsmassnahmen entworfen wird.”
Zunächst rechnet Roubini für die Weltwirtschaft jedoch mit einer Erholung, die Ende dieses Jahres einsetzen dürfte. Für die nächsten beiden Jahre erwartet er in den USA ein Wachstum von rund einem Prozent, was allerdings unter dem “Trend” von drei Prozent liege.
Seine pessimistische Prognose basiert Roubini auf der weiteren Verschlechterung am US-Immobilien- und am Arbeitsmarkt. Beide Märkte sind für ihn “untrennbar verbunden”. Der “schwache” Arbeitsmarkt in den USA werde dazu beitragen, dass die Hauspreise weitere 13 bis 18 Prozent fallen, so Roubini. Damit wären sie von ihrem Höhepunkt bis zu 45 Prozent eingebrochen.
Der anhaltende Einbruch am Immobilienmarkt werde den Druck auf die Finanzbranche verstärken. Dabei leide die Branche bereits unter einer volkswirtschaftlichen Lage, die schlimmer sei als bei den in diesem Jahr durchgeführten Stresstests angenommen. “Als schlimmsten Fall hatte man bei den Stresstests eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich 10,3 Prozent im nächsten Jahr angenommen”, erläuterte Roubini. Die Wirklichkeit werde mit Sicherheit schlimmer, weil die Arbeitslosenquote voraussichtlich bis auf elf Prozent steige. “Vor uns liegt ein harter und steiniger Weg”, warnte Roubini. Insgesamt sieht Roubini die Schwellenmärkte besser abschneiden als die Industrieländer, “Paradoxerweise” seien die Volkswirtschaften zahlreicher Schwellenländer solider als die der Industrieländer, begründet er die Einschätzung. (Bloomberg)






