Im Kampf gegen die hohen Staatsschulden bittet Grossbritannien die Banken mit fast einer Milliarde Pfund zusätzlich zur Kasse. Ursprünglich war geplant, 2011 nur 1,7 Mrd. Pfund (2,02 Mrd. Euro) einzusammeln und den geplanten vollen Betrag von 2,5 Mrd. Pfund erst ab 2012 einzufordern. Doch angesichts der angespannten Haushaltslage entschied sich die Regierung nun anders.
Finanzminister George Osborne machte deutlich, dass er die zusätzlichen 800 Mio. Pfund gut gebrauchen kann. "Das ist eine beträchtliche Summe Geld, die der Regierung helfen wird und Grossbritannien helfen wird, das Haushaltsdefizit zu bewältigen", sagte er. Sein Ministerium verwies zudem auf die Gefahren, die die Banken dem Finanzsystem aufbürdeten. An den Kosten dafür müssten sich die Institute mit einem fairen Beitrag beteiligen. Ausserdem gehe es darum, die Geldhäuser zu einem weniger riskanten Geschäftsgebaren anzuhalten.
Neben grossen heimischen Instituten wie HSBC und Barclays müssen auch die britischen Töchter ausländischer Geldhäuser wie Goldman Sachs und Deutsche Bank zahlen. Deutschlands grösste Bank sieht sich bereits als Hauptleidtragende der heimischen Bankenabgabe, die ihr Finanzkreisen zufolge nach eigener Einschätzung eine Belastung von rund 500 Mio. Euro einbrockt.
In Grossbritannien liefert die höhere Abgabe für 2011 Zündstoff in einer heiklen Situation. Denn die Regierung will vom Finanzsektor Zusagen, die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen auszuweiten und die Bankerboni zu stutzen. Osborne sagte, er sei weiter zuversichtlich, dazu eine Einigung zu erzielen. (APA)






