Anteilseigner der zuletzt populär gewordenen Afrika- und Arabienfonds müssen sich wohl auf unruhige Zeiten einstellen. So politisch erfreulich die Umstürze in Tunesien und Ägypten (hoffentlich) sein mögen, für die dortigen Börsen ist die Ungewissheit derzeit weniger gut. Tunesien wäre noch leicht wegzustecken gewesen, da das Exposure der Fonds meist nur wenige Prozent ausmacht, aber Ägypten zählt mit seiner relativ liquiden Börse in dieser Region doch meist zu den Schwerpunktanlagen derartiger Fonds. So gibt es etliche Fonds, die in Ägypten mit rund einem Viertel ihrer Assets involviert sind. Zu Kursrutschen bei Aktien kommen dann noch Währungsverluste dazu, die sich nicht nur bei Aktienfonds summieren, sondern natürlich auch Anleihefonds schwer treffen.
Was die Arabienfonds betrifft, besteht derzeit auch Sorge, auf welche anderen Länder des Vorderen und Mittleren Orients die Unruhen übergreifen könnten, um noch das eine oder andere autoritäre Regime hinwegzufegen. Ungewiss ist auch, inwieweit dadurch ein Vormarsch wirtschaftsfeindlicher Islamisten (wie seinerzeit im Iran) gefördert wird. Beunruhigte Anleger, die daher aus ihren Fonds aussteigen wollen, zwingen die Fonds dazu, ihrerseits Assets zu verkaufen, was die dortigen wenig liquiden Börsen in einen Abwärtsstrudel reißen könnte.
Und Afrikafonds haben mit Südafrika noch eine weitere Baustelle, wo es aufgrund zunehmender Korruption und Vetternwirtschaft wirtschaftlich auch nicht zum Besten steht. Viele Minen können aufgrund von Stromausfällen nur eingeschränkt produzieren.
Der Lyxor Africa ETF hat zB von seinem Jännerhöchst bereits 10% abgegeben. Auch die anderen Afrika-Fonds sind vom Jännerhoch meist zwischen 10 und 15% im Minus. Die Middle-East-Fonds, die häufig auch Nordafrika umfassen sind ähnliche 10 bis 15% im Minus.
(cr)






