Während es im ersten Halbjahr 2010 noch nicht sonderlich gut aussah, haben die Managed Futures im zweiten Halbjahr ein besseres Umfeld vorgefunden. Bereits das dritte Quartal brachte Zuwächse von einigen Prozent und egalisierte die Verluste des ersten Halbjahres. Im November erfolgte dann nochmals ein Rückschlag. Der Dezember 2010 zeichnete sich durch stabile Trends aus. Da für die meisten wichtigen Managed Futures CTA Indizes noch keine endgültigen Zahlen vorliegen, muss man sich mit einem vorläufigen Ergebnis zufrieden geben: Der viel-beachtete Barclay CTA Index konnte unter Einbeziehung von 68% der Datenquellen eine Jahresperformance von vorläufig 6,07% erzielen (http://www.barclayhedge.com/ ). Davon entfielen 2,67% auf den Dezember. Bei den Subindizes führte der Agricultural Traders Index mit 10,2% Jahresperformance. Auch das Volumen der Assets under Management bei Managed Futures legte deutlich zu: Ende des dritten Quartals 2010 waren es fast 250 Mrd.USD (2009: 196 Mrd, 2001: 38 Mrd.), was das starke Wachstum dieses Segments zeigt.
Damit scheint die Negativsträhne nach dem Erfolgsjahr 2008 gebrochen zu sein. Im Krisenjahr 2008 waren Managed Futures ihrer Absicherungsfunktion dank ihrer Unkorreliertheit mit den klassischen Aktienmärkten voll gerecht geworden und konnten manches Portfolio stabilisieren. Der Barclay CTA Index hatte 14,1% zugelegt. Doch 2009 kam dagegen unter dem Strich ein geringes Minus von 0,1% heraus, wobei allerdings manche Managed Futures Fonds heftige Verluste erlitten.
Seit 1980 erzielte der Barclay CTA Index eine durchschnittliche Jahresperformance von 11,6% und einen maximalen Rückschlag von 15,66%. Mit dem S&P 500 ist der Index nur mit 0,01 korreliert, mit globalen Anleihen mit 0,00 und mit US-Anleihen mit 0,11.
SEB – der Newcomer unter den Managed Futures Fonds:
Die oben geschilderte Lage schlägt auch bei den schwedischen SEB Asset Selection Funds durch (alles auf Eurobasis, http://www.sebassetmanagement.de/ ):
Per Ende Oktober war der SEB Asset-Selection 6% im Plus, brach aber im November wieder ein und drehte sogar in den roten Bereich. Per Ende 2010 schafft er dann auf Jahresbasis ein schwaches Plus von 2%. Der SEB Asset Selection Defensive schloss das Jahr praktisch unverändert mit –0,14%. Der aggressivere SEB Asset Selection Opportunistic war Ende Oktober 10% im Plus und beschloss das Jahr mit +3,11%.
Wie sieht das Gesamtbild aus? Im Jahr 2009 verlor der SEB Asset Selection 1,84%. Im Krisenjahr 2008 legte er allerdings 24,5% und im Jahr davor 9% zu. Auf 3-Jahressicht kommt man auf +24,6% (den SEB defensive und opportunistic gibt es noch nicht so lange).
Ähnlich wie die SEB-MF-Fonds entwickelten sich auch die MF-Fonds des österreichischen Anbieters FTC, deren Jahresperformance je nach Währung und Strategie zwischen –0,25% und +3,4% liegt.
Man AHL – das Flaggschiff
Der Man AHL diversified plc. (ISIN IE000036027; https://www.maninvestments.com/ ) zählt zu den Flaggschiffen unter den Managed-Futures-Fonds und erzielte in den letzten 10 Jahren Gewinne von meist über 10% (seit 1996 im Schnitt 16,8%): 2007 waren es knapp 20%, 2008 gar 33%. Aber 2009 verlor er wie viele andere Managed-Futures-Fonds deutlich, nämlich fast 17%. 2010 konnte er wieder den Anschluss an die gewohnt guten Ergebnisse finden und gewann 14,8% (vorläufig per 27.12.2010). Bergauf ging es auch hier vor allem seit August.
Allerdings bezieht sich beim Man AHL diversified plc. die Performance auf USD.
Der in Euro denominierte Man AHL Diversified Markets EU (ISIN: NL0000319606) liefert jedoch ein ähnliches Bild: 2007: +17,5%, 2008: +33%, 2009: -17% und 2010 kommt er ähnlich wie der AHL diversified plc (USD) auf 14,8% - in Euro.
Ein schlechtes Timing bei seiner Auflegung hatte der Mitte 2009 in den UCITS III-Mantel gekleidete Man AHL Trend EUR D, der nach Verlusten im letzten Jahr heuer allerdings 11,5% zulegen konnte (per 27.12.), seit seiner Auflegung sind es +7,3%.
Superfund – der Managed Futures Pionier für Privatanleger
Superfund, einer der ersten, der MF-Strategien auch Kleinanlegern zugänglich machte, konnte die Trendverläufe 2010 ebenfalls zu seinen Gunsten nützen und erzielte beträchtliche Zuwächse, die sich je nach Strategie etwas unterscheiden:
Superfund A Genussschein erzielte 2010 eine Performance von 21,23%, Superfund B Genussschein von 17,88% und Superfund C Genussschein von 17,34%. Superfund Gold A Sicav gewann fast 41%, und Superfund Gold B Sicav 50,58%.
Managed Futures erfordern Geduld
Wie gerade auch die letzten paar Jahre wieder zeigten, ist bei Managed Futures einiges an Geduld vonnöten, denn nach guten Jahren kommt es oft zu heftigen Rückschlägen. Anleger, die auf schnelle Gewinne aus sind, können daher durchaus Enttäuschungen erleben. Managed Futures sind aber gerade wegen ihrer Unkorreliertheit mit den Aktien- und Anleihemärkten ein äußerst wichtiges Instrument zu Portfolio-Diversifizierung und Risikominderung. Spannend wird sein, ob es auch beim nächsten Aktiencrash wieder gelingt, wie 2008 gegen den Strom zu schwimmen.
(cr)






