Nouriel Roubini sieht die Rezession in den USA schon zum Jahresende ausklingen. Der für seine Skepsis bekannte Volkswirt erklärte auf einer Investorenkonferenz in New York, die konjunkturelle Talsohle sei erreicht oder sehr nahe.
“In Bezug auf die Konjunktur und das Finanzumfeld haben wir das Schlimmste in vielerlei Hinsicht hinter uns”, sagte Roubini, der die globale Finanzkrise als einer der ersten Volkswirte prophezeit hatte. “Bis zum Ende des Jahres könnte die Rezession aber noch weitergehen.”
Im Tagesverlauf fügte er in einer Erklärung hinzu, die Einschätzung stehe im Einklang mit seinen bisherigen Ansichten. Er gehe weiterhin davon aus, dass die zu erwartende Konjunkturerholung “schwach und unterdurchschnittlich” ausfallen wird.
Im Juni prognostizierte Roubini, dass sich der Konjunkturabschwung in den USA und anderen Industrieländern noch sechs bis neun Monate hinziehen wird. Anzeichen einer Erholung seien trügerisch.
Positive Konjunkturnachrichten gab es in letzter Zeit aus mehreren Bereichen. Am Immobilienmarkt zeichnet sich eine Stabilisierung ab, das Verbrauchervertrauen hat sich aufhellt, und die Talfahrt am Automarkt verlangsamt sich.
Von Bloomberg befragte Volkswirte erwarten im Mittel, dass die Wirtschaftskraft der USA im zweiten Halbjahr um 1,5 Prozent zunehmen wird. Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman geht davon aus, dass die USA den Abschwung bis September hinter sich lassen.
Roubini empfiehlt Washington, die Konjunkturhilfen fortzusetzen und unter Umständen ein zweites Konjunkturpaket aufzulegen. Der Arbeitsmarkt sei noch immer schwach, ebenso die Industrieproduktion und der Häusermarkt, sagte Roubini am Donnerstag. Ein neues Konjunkturpaket sei besonders dann nötig, wenn die Arbeitslosigkeit bis Jahresende über die Marke von zehn Prozent klettert, so Roubini. Die US-Notenbank rechnet bereits mit einem solchen Anstieg.
In der Erholung der Weltkonjunktur werden bedeutende Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien nach Ansicht Roubinis am schnellsten Fuß fassen. Länder mit vergleichsweise guten Wachstumsaussichten seien auch Chile, Uruguay, Kolumbien und Peru. Die größten Probleme erwartet Roubini in osteuropäischen Länden wie Ungarn, Bulgarien und der Ukraine.
( Bloomberg )






