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Franken-Rally geht weiter   Facebook be



28.12.2010
 

Seit Monaten kennt der Schweizer Franken zum Euro nureine Richtung: aufwärts. Zuletzt erreichte die Währung mit 1,2439sogar ein neues Allzeithoch.Philipp Hildebrand, Chef der Schweizerischen Nationalbank(SNB), scheint bei der Rally machtlos zu sein. Die Aufwertungdes Franken bezeichnet er als Bürde.Denn durch die jüngsten Entwicklungen werden zum einen dieSchweizer Exporte im Ausland teurer, was ihre Attraktivität fürKunden schmälert. Exporte stehen hinter rund 50 Prozent desBruttoinlandsprodukts. Zudem verlieren die Fremdwährungsbeständeder Nationalbank an Wert - allein in den ersten neun Monaten desJahres um 21,2 Mrd. Franken. In der Folge musste die SNB für dieersten drei Quartale 2010 einen Verlust von 8,46 Mrd. Frankenausweisen. Noch ein Jahr zuvor hatte sie einen Gewinn von 6,89Mrd. Franken berichten können.

Ein Ende der Franken-Rally ist nicht abzusehen, sagenExperten. Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ Ltd. rechnet mit Sichtauf sechs Monate mit 1,17 Franken je Euro. Standard Bank Plcprognostiziert 1,20 Franken.Mit einer erneuten Intervention Hildebrands an den Devisen-Märkten rechnen Beobachter dennoch nicht. Ein 15 Monate langerVersuch, der in diesem Jahr endete, vermochte es schließlichnicht, den Aufstieg des Franken zu bremsen.

Über den Grund der Aufwertung sind sich die meistenExperten einig: Der Franken gilt in unruhigen Zeitenals sicherer Hafen. Die Staatsschuldenkrise in der Eurozonemacht die Währung derzeit so attraktiv.Auch Nouriel Roubini, der bekannte Ökonomieprofessor derUniversität New York, sieht in der Stärke des Franken in ersterLinie eine Reflektion der Sorgen vieler Marktteilnehmer um dieZukunft des Euro.Laut Roubini, der einst die globale Finanzkrise richtigprognostiziert hatte, wurden die jüngsten Zugewinne des Frankenverursacht durch eine “Flucht in die Sicherheit”. DieseAnsicht vertrat er Mitte Dezember in der Sendung “SurveillanceMidday” bei Bloomberg TV.Fitch Ratings hatte erst am Donnerstag die Bonitätsnote desEuro-Landes Portugals um eine Stufe auf “A+" reduziert. DerAusblick für das Land bleibe negativ. “Die Herabstufungspiegelt eine - im Vergleich zum früheren Fitch-Rating - sogarnoch langsamere Reduzierung im Leistungsbilanzdefizit und eindeutlich schwierigeres Finanzierungs-Umfeld für dieportugiesische Regierung und die Banken wider”, schrieb dieRatingagentur in einer Mitteilung.Mitte des Monats hatte Moody’s Investors Service erklärt,die Bonitätsnoten des Euro-Teilnehmers Griechenland auf einemögliche Herabstufung um mehrere Stufen überprüfen zu wollen.Hinter der Entscheidung würden Befürchtungen stehen, dem Landkönne es möglicherweise nicht gelingen, die Schulden auf ein“nachhaltiges Niveau” zu senken.Zur selben Zeit segnete der Internationale Währungsfonds(IWF) die Gewährung einer Kreditlinie über 22,5 Mrd. Euro füreinen weiteren Euro-Teilnehmer ab: Irland. Die Mittel sind Teildes insgesamt etwa 85 Mrd. Euro schweren Rettungspaktes für dieInsel, das zuvor zusammen mit der Europäischen Union (EU)geschnürt worden war. Für den IWF mit Sitz in Washington ist der“kritisch geschwächte” Bankensektor des Landes die Wurzel derProbleme Irlands.Zum Vergleich: Die Schweiz hat von den drei führendenRatingagenturen die Top-Note “AAA” erhalten.Einige Beobachter halten den Franken zum Euro inzwischenallerdings schlichtweg für zu überbewertet. Die Organisation fürwirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Sitzin Paris hat nachgerechnet und beziffert die Überbewertung inihrer Analyse mit 34 Prozent.“Der Markt übertreibt etwas mit seiner Sorge um dieeuropäische Staatsschuldenkrise”, meint Jürgen Büscher, Chefvon JB Private Asset Management in Zürich. Er kann sich gutvorstellen, dass der Franken im Verlaufe des nächsten Jahreswieder auf 1,30 bis 1,40 je Euro zurückfallen wird.

 (Bloomberg) 


 
 

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