Grund waren Verluste von mehr als einer Milliarde Euro sowie
faule Kredite. Spätestens seit den Swap-Verlusten 2005
und dem Auffliegen des Vertuschungsversuches 2006 war
die Bank im schiefen Fahrwasser. Zur Rettung war eine Kapitalspritze von 1,5 Mrd. Euro notwendig. Neben der Justiz
und einer SoKo Hypo untersucht heute auch eine „CSI
Hypo“ die Vorgänge, die zum Finanzdebakel geführt haben.
Der Rückblick auf das Krisenjahr 2009:
25. Februar: Hausdurchsuchungen
18. März: Die BayernLB bereitet gravierende Veränderungen
in der Konzernstruktur vor. Berlin scheidet per April aus.
1. April: Der zuvor von der ÖVAG zurückgetretene Banker
Franz Pinkl wechselt an die Hypo-Spitze
23. April: Nettoverlust von 520 Mio. Euro für 2008.
Oktober: Hausdurchsuchungen in Bayern und Kärnten: Die
Münchner Staatsanwaltschaft hegt den Verdacht, dass die
BayernLB um 400 Mio. Euro zu viel für die Hypo gezahlt
hat. Asset Screening. Erste „Leichen“ im Keller tauchen auf.
November: Die Hypo Group kündigt an, 2009 ein Minus
von „deutlich mehr als 1 Mrd. Euro“ zu schreiben. Eine neue
Kapitalspritze von 1,5 Mrd. ist nötig. Die Bayern wollen nicht
alleine nachschiessen. Kärnten verlangt, dass der Bund der
Bank unter die Arme greift. Das Bilanzloch ist so gross, dass
die Hypo unter die Mindestkernkapitalquote fällt.
3. Dezember: Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon
nennt den Hypo-Kauf öffentlich einen „Fehler“.
4. Dezember: Moody's senkt Rating auf Schrottstatus.
8. Dezember: Verhandlungen um Staatshilfe laufen. Bayerns
Opposition bringt Strafanzeigen gegen für den Hypo-Kauf
Verantwortliche ein, auch Tilo Berlin ist darunter.
9. Dezember: Pröll signalisiert, keine Sparer im Regen stehen
lassen zu wollen.
10. Dezember: Verbal-Tauziehen zwischen Wien-München.
11. Dezember: Beginn der politischen Gespräche im Wiener
Finanzministerium wird unterbrochen. Der Streit um die rettende
Hypo-Milliardenspritze ist ab sofort Chefsache.
12. Dezember: Ausser Bayerns Finanzminister Fahrenschon
nimmt am Samstag auch BayernLB-Chef Michael Kemmer
an den Rettungsgesprächen im Finanzministerium teil.
13. Dezember: Abends gewinnen die Gespräche an Drama -
tik, doch die Zusagen heimischer Grossbanken, deren Chefs
persönlich erschienen sind, bringen wieder Bewegung in die
stockenden Rettungsversuche. Auch EZB-Präsident Trichet
war wieder telefonisch eingeschaltet, er warnte vor einem
Dominoeffekt, sollte die Hypo zusammenbrechen.
14. Dezember: Um 7.30 Uhr früh verkündet Pröll die Einigung:
Eine Pleite der Hypo ist abgewendet, sie wird notverstaatlicht.
Der Bund schiesst bis zu 450 Mio. Euro ein.
(APA)






