Thomas Middelhoff, ehemaliger Chef von Arcandor, soll enge Verbindungen zum Vermögensverwalter Josef Esch gehabt haben, berichtet die Wirtschaftswoche (Wiwo). „Majestät“, so der firmeninterne Spitzname von Middelhoff, ist bevorzugt mit Privatjets der Firma Challenge Air auf Dienstreise gegangen. Auffällig ist dabei nicht nur die Tatsache, dass ein maroder Konzern seine Top-Manager per Luxusjet reisen lässt, sondern auch das Verhältnis zwischen den Eigentümern der Fluggesellschaft und dem ehemaligen Arcandor-Chef. Challenge Air ist im Besitz von Josef Esch und Matthias Graf von Krockow, beide stehen mit Arcandor und Middelhoff in Beziehung. Krockow ist Vorstand der Privatbank Sal. Oppenheim, Esch ist Vermögensverwalter und im Immobilienbereich tätig. Sal. Oppenheims Gesellschafter halten nicht unwesentliche Beteiligungen an Arcandor. Grossaktionärin Madeleine Schickedanz, Kundin von Sal. Oppenheim, hält eine Beteiligung von 1,7 Mio. Euro an der Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft, die unter anderem mit Grundstücken handelt, so die Wiwo. Diese von Sal. Oppenheim und Esch gemeinsam betriebene Gesellschaft übte grossen Einfluss auf Arcandor aus. So wurden fünf Immobilien des Handels- und Touristikkonzerns an die Fonds der Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft verkauft und schliesslich von KarstadtQuelle, wie der Arcandor-Konzern einst hiess, für bemerkenswerte 42,6 Mio. Euro pro Jahr zurück gemietet. Zwar wurden die Verträge aufgelöst, bevor Middelhoff Vorstandschef wurde, jedoch bleibt offen, warum dieser nie gegen die übermässigen Mieten gerichtlich vorgegangen ist. Es hätte genug Angriffspunkte gegeben, berichtet die Wiwo.
Middelhoff steht zudem zu Esch in engen geschäftlichen Beziehungen. Middelhoff investierte vor seinem Arcandor Engagement in vier der fünf Fonds von Oppenheim und Esch und zog somit aus den hohen Mieteinnahmen der Karstadthäuser Profit. Darüber hinaus betreibt das Ehepaar Middelhoff gemeinsam mit den Eschs die Beteiligungsgesellschaft Meav. Laut „Spiegel“ habe Esch Middelhoff zusätzlich zu den Flugreisen drei Autos beschafft, diese Geschäfte seien jedoch nur der Rabatte wegen über Esch gelaufen, so Middelhoff. Das Beziehungsgeflecht wirft zahlreiche Fragen auf. Klar ist, dass Middelhoff als Arcandor Chef die Verdächtigungen verhindern hätte können, wenn er die geschäftlichen Beziehungen zu Esch beendet hätte. (kasp)






